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| 11:40 Uhr

Förderkreis überzeugt Denkmalschutz
Stiftung fördert Erhalt seltener Totentafeln der Kahrener Kirche

Erinnerungsfoto mit Gästen und Mitgliedern des Förderkreises der Johanneskirche Kahren. Am Freitagabend informierte  der Vorsitzende des Förderkreises, Sieghard von Pannwitz (vorn,  links), anlässlich der Jahreshauptversammlung des Förderkreises im Gemeindehaus in Kahren, dass die Restaurierung eines  weiteren hölzernen Epitaphs  aus dem Besitz der Johanneskirche beginnen kann. Die Arbeiten werden  erstmals unterstützt und gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.
Erinnerungsfoto mit Gästen und Mitgliedern des Förderkreises der Johanneskirche Kahren. Am Freitagabend informierte der Vorsitzende des Förderkreises, Sieghard von Pannwitz (vorn, links), anlässlich der Jahreshauptversammlung des Förderkreises im Gemeindehaus in Kahren, dass die Restaurierung eines weiteren hölzernen Epitaphs aus dem Besitz der Johanneskirche beginnen kann. Die Arbeiten werden erstmals unterstützt und gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. FOTO: LR / LR Beate Möschl
Cottbus . Ein drei Meter hoher Epitaph aus der Johanneskirche Kahren geht auf die Reise. Nach Berlin. In den Werkstätten von Christina von Pannwitz und Johanna Thierse wird die hölzerne Totentafel restauriert. Der Epitaph erinnert an den 1702 verstorbenen preußischen Obristlieutnant Adam Ernst von Pannwitz. Die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz fördert den Erhalt des seltenen Kulturdenkmals.

Bevor die größte und zugleich älteste von vier noch erhaltenen Holztafeln zum Gedenken an Verstorbene aus dem Adelsgeschlecht derer von Pannwitz auf die Reise nach Berlin geht, haben am Freitag Mitglieder und Freunde des Förderkreises der Johanneskirche zu Kahren noch einmal ihren Blick über die historische Totentafel aus dem 18. Jahrhundert schweifen lassen, und sich am Anblick der ersten bereits restaurierten barocken Holztafel erfreut. Ähnlich farbenfroh und kraftvoll soll auch der zweite Epitaph von der Geschichte derer von Pannwitz und ihren Spuren in der Region im weiten Umkreis von Cottbus zeugen.

Christiane von Pannwitz und Johanna Thierse (v.li) freuen sich auf die Aufgabe,  den größten   noch erhaltenen hölzernen  Epitaph der Johanneskirche Kahren  zu restaurieren.
Christiane von Pannwitz und Johanna Thierse (v.li) freuen sich auf die Aufgabe, den größten noch erhaltenen hölzernen Epitaph der Johanneskirche Kahren zu restaurieren. FOTO: LR / LR Beate Möschl

Sieghard von Pannwitz, Vorsitzender und Initiator des im Jahr 2005 gegründeten Förderkreises der Johanneskirche zu Kahren bei Cottbus, konnte berichten, dass die Restaurierung der seltenen historischen Zeugnisse von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt wird. Die Stiftung ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein und gibt unter anderem mit dem bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ Einblick in die Notwendigkeit und Ergebnisse ihrer lohnenswerten Arbeit. Rund 400 Projekte fördert die Stiftung nach eigenen Angaben jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von mehr als 200 000 Förderern.

Private Spenden aus dem Kreis der Förderer und Freunde der Johanneskirche zu Kahren waren es, die es möglich machten, die erste und kleinste der vier noch erhaltenen hölzernen Toten-Gedenktafeln zu restaurieren, die früher in der Kahrener Kirche ihren Platz hatte. Die restaurierte barocke Holztafel konnte im November 2009 in Rahmen eines Gottesdienstes an die Kahrener Kirchengemeinde übergeben werden. Dank dem Engagement des Förderkreises, der mit seiner Arbeit „einen Betrag zum Erhalt und der Darstellung des Kulturerbes in der Niederlausitz leisten möchte, und sich insbesondere der Restaurierung der kunsthistorisch bedeutsamen Inneneinrichtung der evangelischen Kirche zu Kahren verschrieben hat“, wie Sieghard von Pannwitz betont.

Das Bild zeigt den ersten bereits restaurierten Epitaph. Die farbenfrohe barocke Holztafel mit  Schnitzereien und schöner Vergoldung erinnert an Christian Rudolff Christoph von Pannwitz, der im Jahr 1717 in Kahren geboren wurde und 21 Jahre später an seinem Geburtstag verstorben war. Der restaurierte Epitaph konnte im November 2009 an die  Kirchengemeinde übergeben werden - dank privater Spenden und der Restauratorin Christiane von Pannwitz.
Das Bild zeigt den ersten bereits restaurierten Epitaph. Die farbenfrohe barocke Holztafel mit Schnitzereien und schöner Vergoldung erinnert an Christian Rudolff Christoph von Pannwitz, der im Jahr 1717 in Kahren geboren wurde und 21 Jahre später an seinem Geburtstag verstorben war. Der restaurierte Epitaph konnte im November 2009 an die Kirchengemeinde übergeben werden - dank privater Spenden und der Restauratorin Christiane von Pannwitz. FOTO: Förderkreis der Johanneskirche z / privat

Am Freitagabend wurde das auf der Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus der evangelischen Kirche mit Freude und Vorfreude gewürdigt. Etwa zwei Jahre Zeit werde für die Restaurierung der zweiten hölzernen Totentafel nötig sein, kündigte Sieghard von Pannwitz an und sagte: „Da es hierbei wieder um hohe Restaurationskosten geht, ist der Förderkreis glücklich bekannt geben zu können, dass er dieses Mal die Zusage vom Denkmalschutz erhalten hat, einen Teil der Kosten zu übernehmen.“

Ortschronist Wolfgang Bernhard hatte zur Jahreshauptversammlung des Förderkreises die dritte Auflage der Kahrener Ortschronik mitgebracht und damit den beiden Restauratorinnen Christina von Pannwitz und Johanna Thierse überraschende Details offenbaren können. Ein historisches Foto zeigt Details eines Epitaphs, insbesondere Schnitzereien, die ihnen so bisher nicht bekannt waren. „Das gehört auch zu unserer Aufgabe, anhand historischer Unterlagen so viel wie möglich über die Objekte herauszufinden“, sagt Johanna Thierse. „Die Tafeln waren viel reicher verziert, als es der jetzige Zustand zeigt. Es ist eine Frage der Abwägung, ob der fragmentarische Charme erhalten bleibt oder das Objekt originalgetreu rekonstruiert wird“, ergänzt Christina von Pannwitz. Die hölzernen Totentafeln, die für den Laien heutzutage wie ein Kunstwerk anmuten, waren damals eine übliche Handwerksarbeit, schildert sie. Die farbig gefassten Holztafeln sind vergoldet, versilbert und gelüstert. „Faßmaler haben diese Vergoldungstechniken damals erlernt und ausgeführt. Das waren Handwerker, die ihre Arbeiten nicht gezeichnet haben.“

Die Kahrenerin Eveline Henke unterstützt die Arbeit zum Bewahren der Kahrener Geschichte gern. Sie war das erste Mal Gast einer Jahreshauptversammlung. „Damit ich weiß, wie die Mittel verwendet werden. Ich habe schon für den ersten Epitaph gespendet und werde wohl Mitglied des Förderkreises werden“, sagt sie und fügt an: „Die Kirche ist immer der historische Mittelpunkt im Ort und Teil unserer Geschichte.“