Dieser Mann war offenbar so souverän in seinem Amt, dass er auch den Wechsel des Cottbuser Gebietes 1808 an Sachsen und 1815 zurück an Preußen überstand. Krenckel, geboren am 30. Mai 1760 in Drossen in der Neumark, hatte in Frankfurt/Oder Jura studiert und wurde 1800 Justizkommissar in Cottbus. 1803 war er Magistratsdirigent und 1805 Oberbürgermeister der Stadt. Er erlebte die Durchzüge napoleonischer Truppen und versuchte, Unheil von der Stadtbevölkerung abzuwenden. Nach der Niederlage der preußischen Truppen bei Jena und Auerstedt wurden 1807 etwa 7000 Mann bayrische Truppen in Cottbus einquartiert, die sich äußerst gewalttätig aufführten. Zudem musste die Stadt 44000 Taler als Kontributionsleistung an die Franzosen aufbringen.
Im August 1807 werden Stadt und Kreis Cottbus unter sächsische Oberhoheit gestellt. Krenckel muss miterleben, wie die Franzosen fünf in die napoleonische Armee gepresste westfälische Reiter, die nach Preußen flüchten wollten, einfingen und bei Sielow exekutierten. Der Oberbürgermeister ist in der Zeit von 1807 bis 1813 das Haupt der Stadt und bleibt es nach dem Wiener Kongress 1815, als Cottbus wieder preußisch wird und dem Regierungsbezirk Frankfurt/Oder zugeordnet wird. In Krenckels Amtszeit siedeln sich weitere jüdische Bürger in der Stadt an, die belgischen Unternehmer John und William Cockerill richten auf dem leer stehenden Schloss eine Wollgarn-Spinnerei ein, die Baumkuchenbäckerei entwickelt sich, eine Kornbrennerei und Likörfabrik wird gegründet. Das Landgericht wird erbaut, die Sparkasse eröffnet und das Rauchen auf öffentlichen Straßen verboten.
Der rührige OB organisiert 1830 eine (historisch verfehlte) 900-Jahr-Feier der Stadt.
Er stirbt im Amt am 13. Juni 1831. () (hhk)