ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:49 Uhr

Integration
 Jobcenter mit guten Zahlen

Cottbus. Die Zahlen sehen gut aus: Sven Mochmann, Leiter des Cottbuser Jobcenters, bekommt die lang anhaltende positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu spüren: Die Zahl der Leistungsberechtigten in seinem Bereich ist seit drei Jahren  deutlich gesunken, trotz gestiegener Flüchtlingszahlen.

Zwar sind in dem Bereich der Zugewanderten die Zahlen von 940 auf 1648 gestiegen, „Auf diesem Niveau pegelt sich die Zahl jetzt aber offenbar auch ein.“ Bei den übrigen Leistungsbeziehern ist die Zahl von 10 983 auf 7814 gesunken.

„Entsprechend sind natürlich auch unsere Ausgaben in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen“, so Mochmann. Zwischen Januar und Juni 2017 hat das Jobcenter für Lebensunterhalt und Wohnen der Bezieher  33,8 Millionen Euro ausgegeben. Im gleichen Zeitraum dieses Jahres waren es nur noch 32,6 Millionen Euro.

Auch bei der Eingliederung von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt sieht das Jobcenter zaghafte Fortschritte. Sven Mochmann: „Allein in diesem Jahr haben wir 379 Menschen mit Fluchthintergrund in Arbeit oder Ausbildung gebracht.“ Im Cottbuser Stadtgebiet haben 98 Geflüchtete einen Job gefunden, 17 Menschen konnten eine Ausbildung beginnen. Die übrigen arbeiten außerhalb des Stadtgebietes. „Viele von ihnen sind nach Süddeutschland gegangen“, sagt der Leiter des Jobcenters. „Dort werden nicht mehr nur Fachkräfte gesucht. Dort ist der Bedarf an Arbeitskräften, auch für einfachere Tätigkeiten, enorm groß.“

Aus Sicht des Jobcenters sei es schade um jeden Flüchtling, der die Stadt verlässt. „Das sind oft junge Menschen, die noch mehrere Jahrzehnte im Berufsleben stehen werden“, sagt Mochmann. „Menschen, die wir gut hier in Cottbus gebrauchen könnten.“

Allen Erfolgen zum Trotz gibt es in der Stadt allerdings noch immer einen festen Sockel von rund 1400 Langzeitarbeitslosen, die nur schwer in Arbeit zu vermitteln sind. Mit neuen Beratungs- und Angebotsformen soll ihnen der Wiedereinstieg ins Berufsleben gelingen. Haben die Langzeitarbeitslosen dann einen Job gefunden, sollen Coaches ihnen zur Seite stehen und bei Problemen unterstützen. „Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, Menschen nicht in Arbeit zu bringen“, sagt der Chef des Jobcenters.

(hil)