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Baustelle rückt auf die Straße vor
Jetzt wird's ernst an der Bahnhofsbaustelle

Die Gleistrasse für die Straßenbahn ist vom Bahnhofsberg aus schon angelegt und gut zu erkennen. Dabei fällt auch auf, dass die Böschung von der Brücke schon angepasst ist. Damit wird die Straßenbahn künftig gar nicht so steil nach unten auf den Vorplatz rollen.
Die Gleistrasse für die Straßenbahn ist vom Bahnhofsberg aus schon angelegt und gut zu erkennen. Dabei fällt auch auf, dass die Böschung von der Brücke schon angepasst ist. Damit wird die Straßenbahn künftig gar nicht so steil nach unten auf den Vorplatz rollen. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Der Umbau des Bahnhofsvorplatzes hatte bislang wenig Auswirkungen auf den Verkehr. Im Juli rückt die Baustelle auf die Straße vor – mit Konsequenzen für Straßenbahn und Auto. Peggy Kompalla

Vor einem Jahr hat der Umbau des Cottbuser Bahnhofs offiziell begonnen. Seither werden Tunnel, Bahnsteige und der Vorplatz modernisiert. Die Baustelle ist für Pendler längst Alltag. In einer Woche werden erstmals auch Autofahrer und Straßenbahn-Fahrgäste deutlich mehr von den Arbeiten zu spüren bekommen. Denn Cottbusverkehr beginnt im Juli mit dem Einbau einer neuen Weiche an der Bahnhofskreuzung. Dafür wird ein Abschnitt der Straße gesperrt (siehe Grafik) - mit deutlichen Auswirkungen. Das ist nur der Anfang. Denn ab September geht es an der Bahnhofsbrücke weiter.

Los geht es aber zunächst auf der Kreuzung, erklärt Cottbusverkehr-sprecherin Christin Heldt. "Dort wird eine dreigliedrige Weiche eingebaut, damit die Straßenbahnen künftig vom Stadtring auf den Vorplatz abbiegen können." Die

Baustelle erstrecke sich nicht nur auf den Gleiskörper, sondern rage bis auf die Straße. Damit gibt es ab Juli nicht nur für Autos Behinderungen, sondern auch die Straßenbahnen können die Stelle nicht mehr auf der Ost-West-Achse passieren. Deshalb gilt ab nächsten Sonntag, 2. Juli, ein Baustellen-Fahrplan.

Die Linie 1 ist dann als Schienenersatzverkehr unterwegs. Zwischen Jessener Straße und Schmellwitz Anger nehmen die Busse den Schlenker über den Busbahnhof. In die andere Richtung bleibt alles beim Alten.

Die Linie 2 fährt planmäßig zwischen Sandow und Sachsendorf.

Die Linie 3 bleibt ebenfalls auf ihren gewohnten Wegen zwischen Ströbitz und Madlow.

Die Linie 4 zwischen Neu Schmellwitz und Sachsendorf fährt ab Juli nicht wie gewohnt durch die Straße der Jugend, sondern durch die Bahnhofstraße.

Die Linie 5, die nur an den Wochenenden unterwegs ist, wird als Schienenersatzverkehr bedient. Die Busse fahren von Sandow zur Jessener Straße auf der angestammten Strecke. Auf der Gegenrichtung ist ein Schlenker über den Busbahnhof nötig.

Die Bauarbeiten an der Bahnhofskreuzung werden Cottbusverkehr zufolge zwei Monate in Anspruch nehmen und damit bis Anfang September dauern. Allerdings wartet auf das Unternehmen im August noch eine weitere Baustelle in der Straße der Jugend. Dort muss ein mehrfach gebrochenes Gleis in einem Abschnitt ausgetauscht werden. "Bislang können die Bahnen die Strecke noch ganz normal nutzen", versichert Christin Heldt. Doch im weiteren Verlauf der Bauarbeiten am Bahnhof wird im September der Bahnhofsberg gesperrt. In der Konsequenz werden alle Straßenbahnen durch die Straße der Jugend rollen. "Vor dieser Mehrbelastung müssen die Gleise repariert sein."

Zum Thema:
Der Cottbuser Bahnhof wird bis zum Jahr 2019/20 zu einem Verkehrsknoten ausgebaut. Busbahnhof und Straßenbahnhaltestelle entstehen direkt vor dem Bahnhofsgebäude. Dafür investiert die Stadt rund zwölf Millionen Euro mithilfe des Landes Brandenburg. Gleichzeitig wird der Tunnel nach Norden verlängert. Das kostet nochmals rund sechs Millionen Euro. Am 6. März gab es den Durchbruch, beide Tunnelbaustellen von Stadt und Deutscher Bahn trafen plangemäß aufeinander.Die Deutsche Bahn modernisiert gleichzeitig alle Bahnsteige für 30 Millionen Euro.