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| 19:41 Uhr

Jetzt haben die Narren im Rathaus das Sagen

Oberbürgermeister Frank Szymanski übergibt den Rathausschlüssel an das Stadtprinzenpaar Marion I. und Jan I. vom Verein Cottbuser Narrenweiber.
Oberbürgermeister Frank Szymanski übergibt den Rathausschlüssel an das Stadtprinzenpaar Marion I. und Jan I. vom Verein Cottbuser Narrenweiber. FOTO: Helbig
Cottbus. Die fünfte Jahreszeit hat in Cottbus mit einer guten Nachricht begonnen. Auch im Jahr 2015 wird es einen "Zug der fröhlichen Leute" in der Lausitz geben. Das erklärte Marion Hirche, Chefin der Cottbuser Narrenweiber, beim gestrigen Rathaussturm. Termin ist der 8. Februar 2015. Doch zuvor treffen sich die Narren am 2. März 2014 zum größten Karnevalsumzug Ostdeutschlands in Cottbus. Ulrike Elsner

Gut gelaunte Karnevalisten, temperamentvolle Funken und jede Menge Konfetti - dieser Tag in Cottbus hatte alles, was zu einem 11.11. gehört. Sonnenschein und angenehme Temperaturen taten das Übrige, um den Vormittag vor dem Cottbuser Rathaus für die zahlreichen Schaulustigen zum Erlebnis werden zu lassen.

Zumal es eine gute Nachricht gab: Nachdem der Karnevalverband entschieden hatte, den "Zug der fröhlichen Leute" für den 15. Februar 2015, den 70. Jahrestag der Bombardierung der Stadt, abzusagen, war die Entscheidung über einen Ausweichtermin lange offen gewesen. Nun stehe es fest, der übernächste Karnevalsumzug soll am 8. Februar 2015 stattfinden.

Dennoch machte die Chefin der Narrenweiber auf der Stirn von Oberbürgermeister Frank Szymanski jede Menge Sorgenfalten aus. Grund sind 250 Millionen Euro Schulden und der 18. Tabellenplatz für den FC Energie.

Doch dem könne abgeholfen werden, stellte die IG Cottbuser Karneval fest. Und so gelang es OB Szymanski beim Radeln für Cottbus, den Schuldenberg wenigstens symbolisch um eine halbe Million Euro abzutragen. Auch Bürgermeister Holger Kelch gab beim Seilspringen sein Bestes. Beim Hula-Hoop-Reifen-Kreisen bewiesen beide Erfindungsreichtum.

Sportlich ging es mit den jungen Karnevalisten von Wacker 09 weiter. Anders als beim Nachwuchs ließ die Ballbeherrschung bei der Rathausspitze zu wünschen übrig. "Als Fans geeignet, als Fußballer nicht", urteilte die Moderatorin und schlug vor, den Oberbürgermeister und seinen Stellvertreter in den Fitnessurlaub zu schicken. Die übergaben den Rathausschlüssel an das Stadtprinzenpaar Marion I. und Jan I. vom Verein Cottbuser Narrenweiber. Von Frank Szymanski gab es für die neuen Regenten noch den guten Rat mit auf den Weg: "Macht nicht so viele Schulden, und wenn's geht, baut welche ab." Ohne ironischen Unterton fügte der OB einen Dank für die Kinder- und Jugendarbeit der Karnevalsvereine an.

Schon jetzt freut sich das Kinderprinzenpaar Franka I. und Robin I. auf den Zug der fröhlichen Kinder am 4. März 2014. "Am 3. März wird es die erste Kindergala geben", informierte Günther Hiebel, Präsident des Vereins Kinder-Karneval Cottbus. Beim folgenden Gardetanz verfielen immer mehr Zuschauer in rhythmisches Klatschen. Auch Prinz Maik I. und Prinzessin Kerstin II. vom Drebkauer Carnevalclub verfolgten das Geschehen, bevor um 16.11 Uhr in Drebkau zum Rathaussturm geblasen wurde. Im RUNDSCHAU-Gespräch brachten sie das auf den Punkt, was für viele Menschen den Reiz des Karnevals ausmacht. "Es geht um Zusammengehörigkeit, Spaß haben, sich einfach wohlfühlen", sagt Kerstin Waschnig. Wie in jedem Jahr habe sie den Beginn der närrischen Saison kaum erwarten können. "Weil der Karneval die trübe Jahreszeit einfach bunter macht."