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| 19:16 Uhr

Brandenburgischer Lehrerpreis
Er bringt frischen Wind in den Unterricht

Wenn sich Carolin Rädel (l.) und Lea-Marie Pfanner später gern an ihre Schulzeit erinnern, liegt das auch an ihrem Lehrer Jens Hischke.
Wenn sich Carolin Rädel (l.) und Lea-Marie Pfanner später gern an ihre Schulzeit erinnern, liegt das auch an ihrem Lehrer Jens Hischke. FOTO: LR / Ulrike Elsner
Cottbus. Brandenburgischer Lehrerpreis für Jens Hischke von der Lausitzer Sportschule. Vorgeschlagen haben ihn seine Schüler. Von Ulrike Elsner

Jens Hischke, Lehrer für Politische Bildung an der Lausitzer Sportschule, ist bei seinen Schülern außerordentlich beliebt. In der vorigen Woche hat der 54-Jährige als Vertreter der Cottbuser Lehrerschaft in Potsdam den Brandenburgischen Lehrerpreis 2018 entgegengenommen. Die RUNDSCHAU fragte aus diesem Anlass Schülerinnen, was sie an ihrem Lehrer besonders schätzen.

„Er bringt uns eine Menge über das Leben bei, rattert nicht einfach den Stoff runter, sondern hakt nach, verlangt eigenständiges Denken und regt uns an, uns mit Wirtschaft und Gesellschaft zu beschäftigen“, sagt Lea-Marie Pfanner (18). Fazit der Zwölftklässlerin: „Herr Hischke bringt frischen Wind in den Unterricht. Er ist ein hochangesehener Lehrer und Politische Bildung dank ihm ein beliebtes Fach.“

Schulsprecherin Carolin Rädel (19) wagt kurz vor ihrer letzten Abiturprüfung schon einen Rückblick auf die Schulzeit. „Herr Hischke war auch außerschulisch immer für uns da. Bei ihm konnte man viel fürs Leben lernen. Dazu gehörten ein Besuch im Landtag sowie die Einladung von zwei Vermögensberatern in den Unterricht. Die Schülerinnen schätzen „die Lockerheit“ ihres Lehrers und dass er sie oft zum Lachen bringt.

Was zeichnet überhaupt einen guten Lehrer aus? „Er muss konsequent sein, sollte aber gleichzeitig ein offenes Ohr haben, auf die Schüler eingehen und seine Macht nicht ausspielen“ sagt Lea-Marie Pfanner. „Er sollte seinen Unterricht abwechslungsreich gestalten und die Schüler auf das Leben vorbereiten“, ergänzt Carolin Rädel. Aus Sicht der 19-Jährigen haben sich die Anforderungen an Lehrer in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Neues Lernen bedeute, dass der Lehrer die Rolle eines Unterstützers einnimmt, der die Schüler zu selbstständigem Denken anregt.

Von der Jahrgangsstufe 13 kommt der Vorschlag für die Auszeichnung. „Die Qualität seines Unterrichts kann man zu Recht als außergewöhnlich bezeichnen“, heißt es in der Begründung. Doch neben Jens Hischke gibt es weitere Lehrer, die die Schüler besonders schätzen. „Unsere Mathelehrerin ist eine sehr offene Person“, stellt Lea-Marie Pfanner fest. Ihr verdanken die Schüler unter anderem die Erkenntnis, „dass man aus Fehlern lernt und dass eine schlechte Note nicht das ganze Leben versaut“.

Jens Hischke empfindet nicht die Auszeichnung an sich als höchste Anerkennung. Am meisten freut ihn, dass der Vorschlag seiner Nominierung von seinen Schülern gekommen ist. „Wer kann meine Arbeit besser einschätzen als sie?“, fragt der 54-Jährige, der nach Buchdruckerlehrer und kurzer Tätigkeit als Drucker Pädagogik studiert hat.

Mehrere Zusatzstudien neben dem Beruf folgten und sorgten für ein Arbeitspensum, das manchen überfordert hätte. Aber nicht Jens Hischke. „Wenn ich in den Unterricht gehe, ist das für mich Erholung“, sagt er. Weil er die Schüler als Partner sehe, als „junge Menschen, die Fehler machen dürfen“. Ein Lehrer müsse nicht alles vorgeben. Und eine Erkenntnis, zu der ein Schüler selbst kommt, ist von größerem Wert.

Jens Hischke hat sieben Jahre an der Bewegten Grundschule in Schmellwitz gearbeitet und ist seit 1998 an der Lausitzer Sportschule. „Das hier ist meine Schule“, bekennt der Lehrer. Und das liege vor allem an der Verbindung zum Sport. Nebenbei leitet der Lehrer die Fußballschule des FC Energie für die Sechs- bis Zwölfjährigen und arbeitet auch als Trainer. Er liest viel und geht gern ins Theater. Wie er das schafft? „Zeitmanagement“, sagt Hischke, „und viel Verständnis und Unterstützung durch die Familie.“

Ein Lehrer müsse Forderungen stellen, Grenzen ziehen und ergebnisorientiert arbeiten. Aber die Schüler eben auch dazu bringen, „querzudenken und nicht alles hinzunehmen“. So einer ist Jens Hischke.