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Jedes Jahr eine kleine Weltreise

Freude am Sport: Heinrich Haussler hat nicht nur ein Gespür für junge Radsporttalente, sondern auch für angehende Fußballprofis.
Freude am Sport: Heinrich Haussler hat nicht nur ein Gespür für junge Radsporttalente, sondern auch für angehende Fußballprofis. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Er ist nicht mehr der Jüngste, aber noch immer voller Tatendrang. Sein üppiger Vollbart umspielt immer mal wieder ein Lächeln, wenn Heinrich Haussler begeistert von seinen jüngsten Abenteuertouren berichtet, die er regelmäßig organisiert. Jenny Theiler

Mit seiner Organisation "Joeys Adventure Tours" zeigt der Vater von Radrennfahrer Heinrich Haussler Junior australischen Jugendlichen die Welt, um ihre Talente zu zeigen und effektiv zu fördern. In der vergangenen Woche besuchte der Deutsch-Australier mit einer australischen Jugendfußballmannschaft die Lausitz. Es gab ein Freundschaftsspiel mit dem Humboldt-Gymnasium. Das gegenseitige Kennenlernen, aber auch die gemeinsame Freude an Spiel, Sport, Bewegung und Musik, soll bei den internationalen Reisen im Vordergrund stehen. Das Fernweh führte Heinrich Haussler im Jahr 2006 erstmalig in die Lausitz. Vor allem Cottbus hat bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Seit mehr als zehn Jahren besucht der 67-Jährige die Lausitzmetropole regelmäßig und arrangiert eine Völkerverständigung der besonderen Art.

Um Abenteuer zu erleben, ist der gebürtige Saarländer in den 70er Jahren nach Australien ausgewandert. Er arbeitete 30 Jahre lang als Fotograf und drehte erfolgreiche Dokumentarfilme. Der 1984 geborene Heinrich Haussler Junior entwickelte bereits als Kind die Leidenschaft für das Radfahren. "Ich habe einen Riecher für kindliches Talent und ich wusste, dass er mit seinen Fähigkeit groß raus kommen kann", erzählt Heinrich Haussler. Durch zahlreiche Wettkampferfolge interessierten sich schon bald einige renommierte Sportschulen in Deutschland für den "Kleinen aus Australien". An der Sportschule Lausitz erhielt der junge Radrennfahrer schließlich seine Ausbildung. Die Bindung zu Cottbus war hergestellt.

Nach einer schweren Rückenoperation im Jahr 2000 widmete sich Heinrich Haussler endgültig den Talenten seiner eigenen und denen anderer Kinder. Der zweitgeborene Sohn Jackson Haussler begann eine Karriere als Fußballprofi. Der Vater übernahm den Trainerposten für das Team und kreierte eine erfolgreiche Jugendmannschaft. "Ich habe den Kindern damals versprochen, dass wir 2006 zur WM nach Deutschland fahren und das habe ich organisiert", erinnert sich Heinrich Haussler. Im Laufe der letzten zehn Jahre sind neben sportlichen Reisen auch noch Kayak-, Fotografie- und Musik-Touren, dazugekommen, die Heinrich Haussler regelmäßig durch Vietnam, Frankreich, Italien, Holland, Deutschland und Australien veranstaltet.

Obwohl er fast das ganze Jahr über mit seinen jungen Talenten unterwegs ist, empfindet Heinrich Haussler seine kleinen Weltreisen nicht als stressig. "Ich weiß nicht, was eine Pause ist", sagt der Wahlaustralier mit einem Lächeln und berichtet von seinem neuesten Projekt, einer "Art-Tour", die sich mit europäischer Kunst befassen soll.

Cottbus war der erste Eindruck, den Haussler damals von Ostdeutschland gewann. Er lobt die schöne Innenstadt und die Gastfreundlichkeit der Niederlausitzer, die auch nach so vielen Jahren noch immer bestünde.. "Ich habe immer das Gefühl nach Hause zu kommen, wenn wir hier sind", so Heinrich Haussler.