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| 18:59 Uhr

Jazz im Obenkino
Komponieren im Augenblick

Jazz im Obenkino im Cottbuser Glad-House: Mette Rasmussen und Chris Corsao sind zwei Meister der Improvisation .
Jazz im Obenkino im Cottbuser Glad-House: Mette Rasmussen und Chris Corsao sind zwei Meister der Improvisation . FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Cottbus. Mette Rasmussen und Chris Corsano zeigen im Obenkino die Kunst der Improvisation. Von Ingrid Hoberg

Improviastion ist die Kunst des Komponierens im Augenblick - und diese Kunst beherrschen die Dänin Mette Rasmussen (Saxofon) und der Amerikaner Chris Corsano (Schlagzeug) perfekt. Einen bleibenden Eindruck haben die beiden Musiker beim Cottbuser Publikum hinterlassen, das dank des Abschiedswunsches von Glad-House-Chef Jürgen Dultiz dieses Konzert erleben durfte.

Die Bühne im Obenkino ist wie immer spartanisch hergerichtet. Neben dem Schlagzeug stehen ein paar Utensilien, die wie beim Aufräumen vergessen aussehen - eine Wasserflasche, andere Plastikteile, ein Stahlschwamm. Das eine oder andere Utensil wird Mette Rasmussen im Laufe des Abends einsetzen - ohne Effekthascherei, intuitiv-zielgerichtet. Es gibt wenig offensichtliche Kommunikation zwischen der Saxofonistin und dem Schlagzeuger, das Zusammenspiel ist dennoch unglaublich. Energie strömt. Und sie können beides: laut und leise. Die Dosis macht den Jazz, und die stimmt einfach.

Rasmussen studierte Musik in Helsinki und arbeitete in ihrer bisherigen Karriere mit namhaften Jazz- und Improvisationskünstlern wie Mats Gustafsson zusammen. Dass Corsano aus der Punkszene kommt, mag man bei seinem virtuosen Spiel fast nicht glauben. Inzwischen arbeitete er bei Aufnahmesessions unter anderem mit Evan Parker und John Edwards zusammen. Auch mit der Sängerin Björk gab es eine Kollaboration. Inzwischen stehen die Namen Mette Rasmussen und Chris Corsano für sich - deshalb auch der Wunsch von Jürgen Dultiz für dieses Konzert.

„Ich hatte es bei Reinhard Müller bestellt. Ich danke ihm, dass er es möglich gemacht hat - so wie viele andere Konzerte in den vergangenen Jahren in diesem Haus“, sagte Dulitz zum Abschied. Rasmussen und Corsano waren extra für dieses Konzert in Cottbus aus verschiedenen Himmelsrichtungen zusammengekommen. Am nächsten Tag ging es wieder hinaus in die Welt des Jazz, in die unendliche, freie Improvisation.

Das nächste Jazz-Konzert gibt es am Montag, 7. Mai, um 20 Uhr. Dann kommt das Friedhelm Schönfeld Quartett.