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Japanische Trommler verlieren drei Kilo bei einem Auftritt

Den japanischen Tao-Trommlern vor dem großen Auftritt in der Cottbuser Stadthalle begegnen: Dieser Wunsch erfüllte sich am Dienstagabend für ein Dutzend RUNDSCHAU-Leser. Sie schauten den Musikern bei der Vorbereitung an den bis zu 40 Kilogramm schweren Waidako-Trommeln zu. Von René Wappler

Sie leben gemeinsam in Japan, sie wachen gemeinsam auf, sie essen miteinander, sie trainieren in der Gruppe - als eine verschworene Gemeinschaft betrachten sich die zwölf Tao-Trommler, die an diesem Dienstagabend in Cottbus an ihren Instrumenten proben. Seit sechs Monaten seien sie auf Tour, berichtet Veranstalterin Marion Freese, bei einem freien Tag in der Woche, den sie zum Einkaufen nutzen, zur Stadtbesichtigung oder einfach zum Ausruhen, „weil es schon anstrengend ist“ .
Die Anstrengung beginnt schon beim Stimmen der Trommeln. Mit einem Eichenstock spannen sie das dicke Seil, das sich um ein Instrument windet. Dieses Seil sorgt für den richtigen Klang: Je strammer es sich spannt, desto höher der Ton.
Muskelkraft brauchen die Musiker, wenn sie mit dem Stock auf das Seil schlagen - Muskelkraft brauchen sie auch bei ihrem Auftritt. „Drei Kilogramm Körpergewicht verliert ein Trommler pro Show“ , sagt Marion Freese.
Die ideale Haut einer Trommel stammt nach Aussagen der Musiker von einer vier Jahre alten weiblichen Kuh. Der Hersteller produziert die Trommeln seit 400 Jahren - und weist entsprechende Erfahrung auf, wenn es um die optimale Qualität der Instrumente geht.
Die RUNDSCHAU-Leser staunen angesichts der Kunstfertigkeit der Trommler. So erklärt Cornelia Fischer, eine der Besucherinnen: „Ein sehr interessanter Einblick in die Arbeit der Musiker. Das hätte ich vorher gar nicht so gedacht.“