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| 15:36 Uhr

Interview mit Ira Frackmann
„Einen Fraktionszwang gibt es nicht“

 Ira Frackmann (r.) ist am Wochenende zur Burger Bürgermeisterin wiedergewählt worden. Hier steht sie mit dem Amtsdirektor Tobias Hentschel an der gesperrten Brücke über die Kleine Spree gegenüber der Spreewaldmühle an einem beliebten Wanderweg. Die baufällige Brücke soll ersetzt werden.
Ira Frackmann (r.) ist am Wochenende zur Burger Bürgermeisterin wiedergewählt worden. Hier steht sie mit dem Amtsdirektor Tobias Hentschel an der gesperrten Brücke über die Kleine Spree gegenüber der Spreewaldmühle an einem beliebten Wanderweg. Die baufällige Brücke soll ersetzt werden. FOTO: Kerstin Möbes
Burg. Die neue Bürgermeisterin in Burg ist die alte: Amtsinhaberin Ira Frackmann (CDU) spricht über ihre Wiederwahl. Von Silke Halpick

Frau Frackmann, zunächst herzlichen Glückwunsch! Es war gestern eine spannende Wahl, ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss. Wie fühlen Sie sich?

Frackmann Heute zufrieden, aber ziemlich geschafft von den Wochen vor der Wahl und dem anstrengenden Wahlkampf.

Das Ergebnis war denkbar knapp, nur 60 Stimmen weniger hatte Ihre Konkurrentin Petra Krautz. Was unterscheidet Sie beide voneinander?

Frackmann Im Gegensatz zu mir ist Frau Krautz eine Ur-Burgerin mit einer großen Verwandtschaft hier im Ort. Das habe ich als Zugezogene nicht. Das macht mich aber möglicherweise auch unabhängiger und neutraler in meinen Entscheidungen.

Seit 20 Jahren führen Sie Ihre Anwaltskanzlei in Burg. Sind die Burger streitlustig?

Frackmann Nein, nicht streitlustiger als andere auch. Man hat sein Einkommen.

Ihr Vater war der erste Amtsdirektor in Burg. Hatte das Wirkungen auf Ihr kommunal-politisches Engagement?

Frackmann Ja, ganz sicher. Burg liegt mir ganz besonders am Herzen. Mein Vater hat in seiner Amtszeit viel bewegt. Heute hat man mitunter das Gefühl, dass alles viel zu lange dauert. Da denke ich beispielsweise an den langen Anlauf für die Mehrzweckhalle.

Das wird die Gemeindevertretung wohl auch weiter beschäftigen...

Frackmann Ja, davon gehe ich aus. Wir werden prüfen müssen, welche Variante letztlich die kostengünstigere und bessere für uns ist. Niemand hat schließlich Geld zu verschenken.

Wie zufrieden sind Sie mit der neu gewählten Gemeindevertretung?

Frackmann Meine Partei, die zusammen mit der Wählergruppe „Landwirtschaft und Umwelt“ eine Fraktion bildet, hat mit mir als ehrenamtliche Bürgermeisterin jetzt sechs Sitze. Ich gehe davon aus, dass wir auch mit der Wählergruppe „Gemeinsam für Burg“ eng zusammenarbeiten werden.

Damit haben Sie offensichtlich die Stimmenmehrheit. Wie wichtig ist das? Unterliegen die Gemeindevertreter dem Fraktionszwang?

Frackmann Nein, einen Fraktionszwang gibt es bei uns nicht. Selbst ich habe in der Vergangenheit gegen meine eigene Fraktion gestimmt, wenn ich das Gefühl hatte, dass ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann. Das finde ich richtig und wichtig so.

Wenn Sie als Bürgermeisterin auf die vergangenen fünf Jahre zurückblicken: Worauf sind Sie besonders stolz?

Frackmann Auf den Bau der neuen Kita „Spreewald-Lutki“. Aktuell werden noch die Außenanlagen hergerichtet. Im August soll die Einrichtung eingeweiht werden. Aber auch der neue Radweg zwischen Müschen und Vetschau ist wichtig.

Ist etwas liegen geblieben, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Frackmann Natürlich die Mehrzweckhalle, aber auch der Parkplatz an der Mühle. Der wird von Touristen und Einheimischen genutzt. Die Kurpromenade soll bis zum Kurpark weitergeführt werden. Dafür wollen wir das alte Gebäude neben der Bäckerei Dreißig abreißen. Dann verschwindet ein Schandfleck aus der Dorfmitte.

Haben Sie einen Lieblingsort in Burg, an dem Sie entspannen?

Frackmann Den Kurpark mag ich persönlich sehr. Der ist schön ruhig und man kann sich an ganz unterschiedlichen Stellen niederlassen. Mitunter ist man da hier ganz allein. Allerdings sind im hinteren Bereich auch viele Patienten der Reha-Klinik unterwegs.

Haben Sie als Bürgermeisterin überhaupt noch Zeit für Auszeiten?

Frackmann Leider eher immer seltener. Am Wochenende bekomme ich privat Besuch, mit dem will ich eine Kahnfahrt unternehmen, was man als Burger sonst selten macht. Als Bürgermeisterin bin ich viel unterwegs, auch um in Potsdam oder bei Fördermittelgebern Gesicht zu zeigen, damit wir als Gemeinde wahrgenommen werden.

Knapp die Hälfte der Burger hat für Ihre Konkurrentin gestimmt. Wie wollen Sie diese überzeugen?

Frackmann Durch eine gute Sacharbeit. Ich will die Vorhaben, die ich in meinem Wahlprogramm aufgestellt habe, umsetzen.

Was sind das für Vorhaben?

Frackmann Wehren, die neu gebaut werden, sollen künftig auch Wasserkraft nutzen können. Das ist nicht so einfach, das weiß ich. Eine Badestelle will ich in Zusammenarbeit mit den Behörden aufstauen lassen, weil wir so etwas in Burg nicht haben. Auch am Kreisverkehr an der Kreuzung in Richtung Müschen bin ich dran. Nach Vetschau sollen wir nun die nächsten sein.

Ist es für Sie als CDU-Politikerin schwerer geworden?

Frackmann Ja, das kann man so sagen, weil viele im Augenblick in eine andere Richtung marschieren. Für mich ist die CDU aber noch immer eine Partei, die für demokratische Werte und für eine vernünftige Arbeitsmarktpolitik steht, die auch die Unternehmer im Blick hat.

 Ira Frackmann (r.) ist am Wochenende zur Burger Bürgermeisterin wiedergewählt worden. Hier steht sie mit dem Amtsdirektor Tobias Hentschel an der gesperrten Brücke über die Kleine Spree gegenüber der Spreewaldmühle an einem beliebten Wanderweg. Die baufällige Brücke soll ersetzt werden.
Ira Frackmann (r.) ist am Wochenende zur Burger Bürgermeisterin wiedergewählt worden. Hier steht sie mit dem Amtsdirektor Tobias Hentschel an der gesperrten Brücke über die Kleine Spree gegenüber der Spreewaldmühle an einem beliebten Wanderweg. Die baufällige Brücke soll ersetzt werden. FOTO: Kerstin Möbes