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Stadtpolitik
Investitionsstau in Cottbuser Eigenbetrieben

Der Tierpark in Cottbus ist ein beliebter Ausflugsort für die Lausitzer. Doch die Bausubstanz vieler Gebäude und die Infrastruktur auf dem Tierparkgelände sind marode.
Der Tierpark in Cottbus ist ein beliebter Ausflugsort für die Lausitzer. Doch die Bausubstanz vieler Gebäude und die Infrastruktur auf dem Tierparkgelände sind marode. FOTO: Tierpark Cottbus
Cottbus. Die Wirtschaftspläne von Tierpark, Sportstätten offenbaren Lücken. Glad-House bekommt eine neue Leitung. Von Peggy Kompalla

Die Wirtschaftspläne 2018 für die Cottbuser Eigenbetriebe offenbaren, was sich die Stadt Sport und Kultur kosten lässt. Sie zeigen aber auch die Lücken. Denn insbesondere der Tierpark und der Sportstättenbetrieb leiden unter einem Investitionsstau. Auch das Glad-House bräuchte eine bessere Ausstattung. Dafür wird sich künftig ein neuer Werkleiter einsetzen müssen. Denn der langjährige Chef Jürgen Dulitz geht zum 1. April in den Ruhestand.

Der Tierpark erhält laut Wirtschaftsplan 2018 einen Betriebskostenzuschuss von rund 1,5 Millionen Euro. Darin eingerechnet ist eine Tariferhöhung von zwei Prozent. Dank einer 85-prozentigen Förderung stehen der zweite Bauabschnitt des Raubtierhauses mit der Sanierung und dem Anbau des Altbaus an sowie die Ausstattung des Klassenraums für die Zooschule. Trotz der beiden Baustellen, warnt Tierparkchef Jens Kämmerling: „Wir schaffen es bislang den Tierpark mit vielen kleinen Projekten attraktiv zu halten. Aber zu großen Teilen ist die Bausubstanz überaltet genauso wie die Infrastruktur. Dort steuern wir auf ein großes Problem zu.“ Sollte es nicht mittelfristig behoben werden, drohe der Tierpark Cottbus seinen erarbeiteten Bonus zu verlieren und gegenüber anderen Freizeiteinrichtungen zurückzufallen.

Für den Sportstättenbetrieb wird für 2018 ein Betriebskostenzuschuss in Höhe von 5,3 Millionen Euro veranschlagt – wobei 80 Prozent auf schulträgerpflichtige Aufgaben im Schul-Leistungssport-Verbund entfallen. So erhält die Stadt laut Werkausschuss anteilig 1,3 Millionen Euro über das Brandenburger Schulgesetz vom Land zurück. Leiter Ralf Zwoch betont: „Den Investitionsstau können wir durch Einsparungen nicht decken.“ Deshalb seien 30 000 Euro zusätzlich notwendig, um den Fuhrpark zu erneuern. „Einige Multicars mit dem Baujahr 81/82 sind noch im Einsatz.“ Der Werkausschuss hat der Ausgabe seine Zustimmung erteilt. Auf längere Sicht ist laut Ausschusschef Mario Kaun (Linke) die Sanierung des Hochhauses dringend notwendig. „Das Haus ist voll ausgelastet, aber noch komplett DDR. Da wäre noch mehr rauszuholen für die Stadt.“ Zwoch kennt die Antwort: „Dafür gibt es derzeit keine Programme.“

Im Glad-House steht im Frühjahr ein Wechsel an. Jürgen Duhlitz geht nach 28 Jahren in den Ruhestand. Er hat das Haus mit seinem Team zu einem überregioneal beachteten Kulturzentrum gemacht. Nach den Investitionen in das Gebäude selbst müsste die technischen Anlagen und Ausstattung nach und nach erneuert werden, um dem Standard eines Veranstaltungsortes gerecht zu werden. Das Glad-House erhält einen Betriebskostenzuschuss von knapp 700 000 Euro.