Finanzielle Ansprüche haben viele Sielower Vereine und Institutionen gestellt, für alle und alles reicht es zumeist nie. Wie sind Sie mit dieser Verteilungsaufgabe umgegangen?

Zunächst einmal zweifeln wir keinen Antrag an, denn Veränderungen und Verbesserungen des gemeinschaftlichen Lebens brauchen ein materielles Hinterland. Einen rechtlichen Anspruch gibt es grundsätzlich nicht. Dort, wo es aktuell am dringlichsten ist, haben wir Anträge unter einem gewissen Vorbehalt bestätigt. Wichtig ist dabei, dass besonders jene Aktivitäten im Fokus stehen, mit denen Sielow eine positive Außendarstellung erreicht. Denn nicht nur unsere Einwohner sollen sich wohlfühlen, sondern unsere Gäste ebenfalls. Dazu kommen freilich auch jene Aktivitäten die mit der Traditionspflege zusammenhängen.

Kommen wir zu Einzelheiten. Wohin wird der größte Anteil der Gesamtsumme gehen?

Zwei Projekte wollen wir mit jeweils 5000 Euro unterstützen. Da wäre zum einen der Anbau unseres Sportlerheims zu nennen. Am Eigen­anteil der Finanzierungssumme fehlen aktuell trotz der großartigen finanziellen Bereitschaft unserer Sportlerfamilie und großartigen Sponsorenleistungen derzeit noch 20 000 Euro. Der Ortsbeirat unterstützt gern die Betriebskostenrechnungen unserer Sportler, damit die SG Sielow ihr Geld in die Tilgung des noch offenen Betrages stecken kann. So kann dieser Anbau, wie bei der Woklapnica erlebt, künftig nicht nur für Tischtennis und Frauensport genutzt werden, sondern auch für Treffs unserer Einwohner, für große Mitgliederversammlungen von Feuerwehr, der SG und anderer Vereinigungen. Schön, dass es nun in unserem Ortsteil dieses Objekt gibt.

Auch am Rodelberg soll sich mithilfe der 5000-Euro-Zuwendung etwas ändern . . .

Das stimmt. Wobei ich ehrlich sage, dass uns das dortige Bedürfnis überrascht hat. Wir hatten uns um die sogenannte „Y-Rutsche“ vom stillgelegten Schmellwitzer Spielplatz bemüht und dafür dann auch das städtische Ja-Wort erhalten. Zum Transport wurde das 9,40 Meter lange Teil zertrennt, wobei wir zuvor glaubten, mit unseren Möglichkeiten einen kompletten Transport abwickeln zu können. Nun liegt diese Rutsche in Einzelteilen am Rodelberg, und der Zusammenbau und die Montage stehen bevor. Die Nebenkosten bis zur Nutzung sind gewaltig. Die Edelstahl-Schweißarbeiten, der Aufbau, die Projektierungskosten, der TÜV – all das wird sehr teuer. Aber unsere Kinder sind es uns genauso wert wie die fremden Kinder, die gern vom Radweg aus zu diesem Spielplatz kommen.

Sicher hat auch der Sielower Bürgerverein Ansprüche angemeldet, denn die Karnevalisten und die Schlepperfreunde sind Interessengruppen des Vereins . . .

Mit dem Bürgervereinsvorsitzenden Jens Brose sind wir im steten Austausch. Wir übernehmen wie in jedem Jahr die Startgebühr unseres Sielower Festwagens, der unseren Ortsteil auch in diesem Jahr beim „Zug der fröhlichen Leute“ am 3. März präsentieren wird. Aller zwei Jahre richten unsere Schlepperfreunde ihr überregional beachtetes Treffen aus, in 2019 sind sie wieder damit am Start. Zum Gelingen soll der Betrag von 2000 Euro aus dem Budget helfen, der dann für die materiell-technische Sicherstellung verwendet wird.

Und sonst? Können auch kleine Wünsche erfüllt werden?

So klein sind diese gar nicht. Unserer Jugend reservieren wir für ihre deutsch-sorbische Brauchtumspflege 2450 Euro. Auch das Pfingstturnier der Reitsportler begleiten wir mit einer finanziellen Unterstützung. Hinzu kommt das Projekt Schlauchturm der Feuerwehr.

Der wird doch gerade per städtischen Auftrag saniert. Wo fehlt es denn nun noch?

Der Auftrag deckt nur Arbeiten an der Außenhaut ab – also Statik, Fenster und die Außenhaut samt Stützbalken. Der Innenausbau gehört nicht dazu. Verschiedene Treppenstufen müssen erneuert werden, die Handläufe an der Treppe sind schon recht morsch, weitere Kleinigkeiten kommen hinzu. Wir meinen, dass wir am Ende ein komplettes Bauwerk haben wollen, an dem nicht in zwei Jahren schon wieder gewerkelt werden muss, weil 2019 etwas liegen geblieben ist. Also helfen wir mit 1000 Euro unseren tüchtigen Feuerwehrleuten nachhaltig.

Mit Bernd Rosumeck sprach
Georg Zielonkowski