Mehr Kompetenzen für Toni Lempke: Die RUNDSCHAU sprach darüber mit dem frischgebackenen Krieschower Teammanager und VfB-Manager Christof Lehmann.

Herr Lempke, wie gehen Sie mit der neuen, noch anspruchsvolleren Aufgabenstellung um?

Lempke Seit meinem Einstieg als Trainer vor drei Jahren hat sich neben den sportlichen Erfolgen auch im Umfeld des Vereins viel getan und positiv entwickelt. Deshalb freue ich mich ganz besonders über die mir entgegegengebrachte Wertschätzung. Mit dem neuen Vertrag habe ich mehr Spielraum und ein deutlich größeres Arbeitsfeld. In Absprache mit der Vereinsführung kann ich die Kader der ersten wie auch der zweiten Mannschaft, welche einen größeren Stellenwert bekommt, zusammenstellen und mit gezieltem Scouting auch die Nachwuchsgewinnung forcieren. Dabei steht weiterhin unsere Region, einschließlich der A/B-Junioren von Energie im Fokus. Unter anderen mit Ralf Pehla (Guhrow), Markus Kaiser (Kolkwitz), Philipp Knapczyk (Wacker), Lars und Sven Konzack (Vetschau) sowie Andy Hebler (Brahmow) haben wir echte Niederlausitzer im Kader. Oder sie studieren, wie Dennis Hildebrandt oder Martin Dahm, in Cottbus. Mit Romano Lindner konnten wir einen meiner Wunschspieler verpflichten, mit dem ich einst gemeinsam beim FC Energie gekickt habe. Er passt ins Mannschaftsgefüge und wird uns helfen, den nach wie vor harten Oberliga-Alltag zu bewältigen.

Lehmann Wir wollen den Kader möglichst regional aufstellen. Da aber der Sprung in die Oberliga für viele Spieler zu groß ist, sehen wir unsere Aufgabe auch darin, diese in unseren Nachwuchsmannschaften zu entwickeln.

Wiel lautet das Saisonziel des VfB?

Lempke Wir haben mit saisonübergreifend 59 Punktspielzählern ein Superjahr 2018 hinter uns. Dennoch hat zunächst noch der Klassenerhalt oberste Priorität. Gleich die ersten Spiele, in Gera und hier gegen Zorbau, sind wichtige Gradmesser. Bisher hatten wir oft verschiedene Konstellationen zu meistern. Die Spieler mussten sich immer wieder taktisch neu orientieren und sich zum Beispiel der extrem höheren Athletik der Oberliga anpassen. Ich bin stolz darauf, wie sie das umgesetzt haben. Die Spiele gegen Leipzig und Luckenwalde sind die Sahnehäubchen. Da wir inzwischen überall  in der Oberliga auf Augenhöhe mitspielen, könnten wir am Ende sogar noch das Zünglein an der Waage in Sachen Aufstieg sein.

Lehmann Vom derzeitigen Stand konnten wir noch vor einem Jahr nur träumen. Inzwischen sind mit den Erfolgen auch die Erwartungen gestiegen. Da kommt man hin und wieder schon mal ins Träumen und unser Trainer hat dann Mühe, auf die Euphoriebremse  zu treten und uns mit den Fußballrealitäten auf den Boden der Tatsachen zurück zu bringen. Aber wir wissen, dass etwas Demut und Bodenhaftung dazugehören. Wir freuen uns über jeden Platz, der über den Klassenerhalt hinaus geht. Wichtig ist uns aber auch die Entwicklung des U23-Teams und die Nachwuchsarbeit, was wir mit unseren jüngsten Maßnahmen angekurbelt haben.

Was sind die nächsten Highlights im Krieschower Fußball?      

Lehmann Jedes Oberliga-Heimspiel verspricht  guten Fußball und Spannung. Der absolute Höhepunkt steigt am 6. April, wenn der einstige DDR-Meister Chemie Leipzig bei uns gastiert. Bereits im knapp verlorenen Hinspiel (1:2) haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Sachsen eine Supertruppe mit Superfans sind. Darüber hinaus kommt auch noch Herbstmeister Luckenwalde in den Sportpark.

Mit Toni Lempke
und Christof Lehmann sprach
Roland Scheumeister