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| 18:22 Uhr

Brandenburg
Drama im Staatstheater Cottbus

Zieht Konsequenzen aus den Querelen am Staatstheater Cottbus: Noch-Intendant Martin Schüler.
Zieht Konsequenzen aus den Querelen am Staatstheater Cottbus: Noch-Intendant Martin Schüler. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Cottbus. Der Intendant des Cottbuser Staatstheaters Martin Schüler legt seine Ämter zum Ende der Spielzeit nieder. Damit zieht er die Konsequenzen aus dem Zerwürfnis zwischen Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ und dem Musiktheater. Am Donnerstag war Schüler bei Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch. Sie gerät jetzt ins Visier der Opposition. Von Christian Taubert und Ida Kretzschmar

Das Zerwürfnis zwischen Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ und Solisten, Chor sowie Musikern des Staatstheaters Cottbus hat am Donnerstag zu ersten Konsequenzen geführt: Intendant Martin Schüler hat seinen Rücktritt von allen Ämtern erklärt. Vor der versammelten Theater-Mannschaft übernahm Schüler damit die Verantwortung dafür, dass er dem zum Teil unwürdigen Umgang von Christ mit Mitarbeitern nicht früher entgegen getreten ist. Gegenüber der RUNDSCHAU erklärt Schüler am Abend, er wolle in dieser schwierigen Situation für das Theater Verantwortung übernehmen. „Das Theater braucht einen Neuanfang von wirklich null, es braucht neues Vertrauen, damit es zukünftig wieder blüht.“

Nach einem langen Gespräch mit Schüler am Nachmittag im Potsdamer Kulturministerium erklärten Kulturministerin Martina Münch (SPD) und der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU), „dass wir die persönliche Entscheidung von Martin Schüler, seine Tätigkeit als Intendant am Staatstheater beenden zu wollen, mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis nehmen“. In der Erklärung wird zudem darauf verwiesen, dass Schüler seine Verpflichtungen bis zum Ende der laufenden Spielzeit erfüllen werde.

Die Beendigung der Anstellung von Evan Christ als Generalmusikdirektor werde, so heißt es, Thema der außerordentlichen Sitzung des Stiftungsrates der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) sein. Münch und Kelch fügten hinzu, dass sie unabhängig davon erwarten, dass künftig ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitern am Staatstheater sichergestellt werde.

In ersten Reaktionen auf den Schüler-Rücktritt kündigte der Cottbuser CDU-Landtagsabgeordnete Michael Schierack an, von der Ministerin im Kulturausschuss des Landtages genau wissen zu wollen, wann sie von den Vorgängen am Staatstheater gewusst und warum sie nicht früher aktiv in die Vorgänge eingegriffen habe. Lesen Sie auch den RUNDSCHAU-Kommentar