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| 15:07 Uhr

Integration in Cottbus
Stadt führt Wohnungsführerschein ein

 Um unnötigen Ärger in größeren Wohnkomplexen zu vermeiden, gibt es nun den Wohnungsführerschein der Stadt.
Um unnötigen Ärger in größeren Wohnkomplexen zu vermeiden, gibt es nun den Wohnungsführerschein der Stadt. FOTO: LR / Peggy Kompalla
Cottbus. Egal, ob Mülltrennung, Nachtruhe oder Hausordnung: In Wohnblöcken ist Streit oft vorprogrammiert. Die Teilnehmer der neuen Wohnungsführerscheins lernen, wie das eigenständige Wohnen funktioniert. In brenzligen Situationen hilft ein Deeskalationstraining.

Die korrekte Mülltrennung, das Einhalten von Ruhezeiten, Sauberkeit im Hausflur – gerade in größeren Wohnscheiben gibt es immer wieder Diskussionen um die geltenden Regeln des Zusammenlebens. Die Stadt bietet daher jetzt die Möglichkeit, einen Wohnungsführerschein abzulegen. Stadtsprecher Jan Gloßmann sagt: „Er soll Menschen fit machen für das eigenständige Wohnen.“

32 Teilnehmer am ersten Kurs

Das Angebot richtet sich an Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen noch nicht oder nicht mehr vertraut sind mit den Hauswirtschafts- und Lebensgewohnheiten in Deutschland. Das können Menschen mit Migrationsbiografie ebenso sein wie Jugendliche, die den ersten Schritt aus betreuten Wohnformen ins selbstständige Leben wagen. Auch Haftentlassene oder Menschen mit einem besonderen Bedarf an Hilfestellung können vom Wohnungsführerschein profitieren.

Nach Angaben der Stadt ist der erste Kurs vor wenigen Tagen angelaufen. Nach Auskunft der Stadtverwaltung nehmen 32 Männer und Frauen an diesem Kurs teil. Eine unbewohnte Wohnung im Wohnverbund Hegelstraße 85 - 91 dient den Kursteilnehmern als Übungswohnung. Sie wird zur Verfügung gestellt, um neben der Theorie auch die Praxis erproben zu können. Träger der Maßnahme ist das Diakonische Werk Elbe-Elster.

Basiswissen rund um das Thema Wohnen

Der Wohnungsführerschein umfasst neben den rechtlichen Grundlagen auch handwerkliche Anleitungen sowie Informationen zu den Themenfeldern Haushalt, Umzug, Finanzen und ökologischer Verbrauch. Außerdem beinhaltet der Lehrgang die Regeln des nachbarschaftlichen Zusammenlebens, inklusive eines Deeskalationstrainings. So soll ein Basiswissen rund um das Thema Wohnen aufgebaut werden, damit den Teilnehmern ein selbstbestimmtes und autonomes Leben gelingen kann.

Interessierte Personen oder Beratungsstellen können sich über das Angebot informieren: Diakonisches Werk Elbe-Elster, Telefon 01590/1689314, E-Mail: wfs.cb.dwee@gmail.com oder beim Fachbereich Soziales, Telefon 0355/612-4801, E-Mail: Sozialamt@cottbus.de.

(hil)