Der neue Bahnhofstunnel ist seit gut einem Jahr offen und längst zu einer Selbstverständlichkeit für die Cottbuser geworden. Die Fahrgäste gelangen seither in drei Minuten vom Bahnhof zum Ausgang in Richtung Innenstadt – ohne umständlichen Zickzack-Lauf über mehrere Bahnsteige. Gemeinsam mit dem neuen Verkehrsknoten am Bahnhofsgebäude hat sich die Stadt Cottbus zu einem modernen Verkehrsknoten entwickelt.

Nicht umsonst: Nutzen in Cottbus doch täglich bis zu 14 000 Fahrgäste den Bahnhof und machen ihn damit zum wichtigsten Verkehrsknoten Südbrandenburgs. Vorn herum ist mittlerweile alles schick. Jetzt soll es hintenrum weitergehen. Im Februar plant die Stadt den Umbau des Anschlusses über die Güterzufuhrstraße zur Innenstadt.

Kulturzentrum am Cottbuser Bahnhof

Der Ausgang des Bahnhofstunnels ist imposant, erblicken die Besucher doch beim Aufstieg der Treppen als erstes den Großenhainer Bahnhof. Das Baudenkmal aus rotem Backstein ist mit dem neuen Tunnel wieder ins Blickfeld der Cottbuser gerückt. Dort sind zwei Galerien und das Gründungszentrum Zukunft Lausitz eingezogen. Das Kulturleben am Bahnhof komplettieren der Club Scandale, der direkt nebenan in einem einstigen Packschuppen eine neue Heimstatt gefunden hat. Im Sommer wird zudem das Freiluftlokal Prima Wetter die Liegestühle wieder rausstellen. Es ist also eine Menge los am neuen Bahnhofsausgang im Norden. Dafür stammt die Infrastruktur – sprich Straßen und Wege – noch aus dem vergangenen Jahrhundert.

Cottbus

Deshalb wird das Areal ab Februar zur Baustelle. Mit dem Anschluss des nördlichen Bahnhofsgeländes verspricht sich die Stadt zudem einen weiteren Schub in der Stadtentwicklung – in Richtung Viehmarkt. Das Land Brandenburg unterstützt das Ansinnen deshalb. „Die bisherige Infrastrukturministerin Katrin Schneider (SPD) erklärte auch angesichts der verbauten Fördermillionen rund um den Cottbuser Bahnhof: „Das ist eine moderne Verbindung von Stadtentwicklung und Mobilität.“ „Die Stadt dreht sich und es gibt neue Entwicklungsmöglichkeiten für diesen Teil.“

746 000 Euro für die Anbindung vom Bahnhofstunnel

Die Anbindung des neuen Vorplatzes vom Bahnhofstunnel in Richtung Wilhelm-Külz-Straße soll gut 746 000 Euro kosten. Den Job übernimmt das Cottbuser Bauunternehmen STR GmbH. Ende Februar sollen die Bauarbeiter anrücken. Geplant ist laut Stadt das Projekt in drei aufeinanderfolgenden Abschnitten umzusetzen. Die Arbeiten sollen bis in den März 2021 dauern.

Dabei werden die Verkehrsflächen vom Vorplatz über die Güterzufuhrstraße bis zur Külzstraße ausgebaut. Dafür wird die Güterzufuhrstraße – das ist der Weg zum alten Spreewaldtunnel – auf einer Länge von 100 Metern ausgebaut. Bei der Gelegenheit werden laut den Plänen der Stadt 19 Parkplätze und drei Taxistellplätze angeordnet. Die Güterzufuhrstraße erhält in dem Zuge beidseitig einen Gehweg und endet in einem Wendepunkt. Dieser wird demnach so breit ausfallen, dass dort kurzzeitig Autos halten können, um Fahrgäste zum Bahnhof zu bringen oder abzuholen.

Verkehrsberuhigte Zone mit Bänken und Bäumen

Dahinter schließt sich ein verkehrsberuhigter Bereich an. Das ist die Fläche zwischen Großenhainer Bahnhof, Packschuppen und Tunnelausgang. Dort sollen Bäume gepflanzt werden, wobei einer von einer Rundbank umschlossen wird. Komplettiert wird die Neugestaltung des Areals von einer neuen LED-Beleuchtung.

Aber auch unterirdisch wird in dem Bereich gearbeitet. Der neue Vorplatz muss entwässert werden. Dazu wird ein neuer Kanal an das vorhandene Regenwassernetz angeschlossen.

Die 156 Pendler-Parkplätze für Autos bleiben von den Bauarbeiten zunächst unberührt. Die Cottbuser hoffen mit der Gestaltung des nördlichen Bahnhofsareals aber endlich auch auf mehr Fahrradständer. Zwar gibt es dort bereits etwa 100 überdachte Abstellmöglichkeiten für Räder, die seit der Tunnelfreigabe zur Verfügung stehen. Aber die reichen bei Weitem nicht aus.

Fahrradständer-Mangel bleibt ein Problem

Deshalb hat die Stadt selbst weitere Fahrradständer entlang der Güterzufuhrstraße aufgestellt. Sie stammen von der anderen Bahnhofseite. Dort wurden sie überflüssig, nachdem mit der Freigabe des neuen Verkehrsknotens im Oktober auch 280 überdachte Fahrradständer in Betrieb gingen. Viele Cottbuser wünschen sich für den Nordzugang zum Bahnhof ein Fahrradparkhaus. Bislang gibt es diesbezüglich aber keine konkreten Aussagen aus dem Rathaus.

Die Stadt habe das Fahrradständer-Problem am Nordausgang im Blick, versichert Stadtsprecher Jan Gloßmann. „Ein Vorschlag ist erarbeitet und wird intern beraten. Dazu läuft unter anderem die Abstimmung mit der Denkmalbehörde.“ Allerdings lässt sich die Verwaltung diesbezüglich nicht weiter in die Karten schauen.