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In zwei Wochen beginnt Umbau des Stadtmuseums

Das alte Stadtmuseum soll zum Zentralarchiv werden. Dafür gibt es laut Stadt deutlich mehr Fördergeld als für den Alternativstandort. Das Land hat diese Finanzspritze bereits zugesichert.
Das alte Stadtmuseum soll zum Zentralarchiv werden. Dafür gibt es laut Stadt deutlich mehr Fördergeld als für den Alternativstandort. Das Land hat diese Finanzspritze bereits zugesichert. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. In zwei Wochen soll die Verwandlung der alten Sparkasse an der Bahnhofstraße ins neue Stadtmuseum beginnen. Fast zwei Millionen Euro kostet das. Währenddessen steckt das Museums-Team bereits mitten in den Planungen für die ersten Ausstellungen. Peggy Kompalla

Steffen Krestin ist ein Museumsleiter ohne Museum - seit drei Jahren schon. 2014 wird das vierte. Trotzdem ist der einstige Frust großem Elan gewichen. Denn Ende Dezember wird das neue Cottbuser Stadtmuseum in der Bahnhofstraße eröffnen - mit einer Ausstellung versteht sich. So wechseln sich für Steffen Krestin derzeit Gespräche mit Architekten und Planern über Fluchtwege und Statik mit Arbeitsrunden seines Museumsteams über die ersten Ausstellungen ab.

Das Pensum ist sportlich - für Bau- und Museumsleute. Am 17. März ist offizieller Baustart. Schon 39 Wochen später soll sich das Haus zum ersten Mal den Cottbusern öffnen. Das Bankhaus soll von außen das Antlitz aus den 1930er-Jahren erhalten, auch innen ist so viel Original geplant, wie es die Funktion als Museum ermöglicht.

Die einstige Schalterhalle wird zum "Gedächtnis der Stadt", wie es Steffen Krestin formuliert. Dort soll künftig die Dauerausstellung ihren Platz finden. Sie wird durch die Zeitgeschichte der Stadt führen - von den Anfängen der slawischen Besiedlung bis hin zur friedlichen Revolution und den ersten Jahren nach 1990.

Der Tresor im Keller wird wechselnde Glanzlichter der städtischen Sammlungen beherbergen. "Das kann ein Stein oder ein Glaspokal sein", erzählt Krestin. "Diese besonderen Objekte sollen einen Teil der Stadtgeschichte erzählen." Darüber hinaus wird in einem Raum die Geschichte des Gebäudes erzählt.

Im ersten Obergeschoss entsteht ein Leichhardt-Kabinett. Darüber hinaus ist in der Etage Platz für die Sonderausstellungen. Im zweiten Obergeschoss kommt die Museumspädagogik unter.

"Wir haben zwei zentrale Ansätze", erklärt Steffen Krestin dem Kulturausschuss. "Wir wollen Themen im realen Stadtbild nachvollziehbar machen. So dass sich einem Museumsbesuch ein Stadtspaziergang zu den Orten des Geschehens anschließen kann. Und wir wollen Persönlichkeiten der einzelnen Epochen vorstellen. Das kann Carl Thiem sein, aber auch ein unbekannter Cottbuser, der uns beispielsweise ein Tagebuch hinterlassen hat."

Mit Wohlwollen folgen die Abgeordneten des Kulturausschusses den Ausführungen. Über die Parteien hinweg, betonen die Parlamentarier, dass den Anforderungen im neuen Haus entsprechend auch das Personal angepasst werden muss. Dafür zu sorgen, sei Aufgabe der Stadtverordneten der neuen Legislaturperiode, denn am 25. Mai wird ein neues Stadtparlament gewählt.