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In Werben sind am Sonntag die Röcke geflogen

Bei der Fastnacht zeigte sich, dass sich die Werbener keine Sorgen um die Zukunft der Traditionspflege machen müssen.
Bei der Fastnacht zeigte sich, dass sich die Werbener keine Sorgen um die Zukunft der Traditionspflege machen müssen. FOTO: Hirche/jul1
Werben. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Plusgraden wurden gestern die 177. Werbener Fastnacht und das Jubiläum 25 Jahre Traditionsverein Werben gefeiert. Marion Hirche/jul1

Pünktlich um 13.30 Uhr setzten sich die 47 Paare der Verheiratetenszene des Spreewalddorfes vom Feuerwehrgerätehaus aus in Richtung Bauernende in Bewegung. Hier trafen sie mit den 22 Jugendpaaren zur Eröffnung des diesjährigen Festumzuges in der Fastnacht zusammen.

Der Vorsitzende des Traditionsvereins Uwe Domaschenz begrüßte alle Teilnehmer und Zuschauer. Er erinnerte an die Geschichte des Traditionsvereins, als er sagte: "Wir sind froh, dass Hartmut Hanschkatz, Joachim Liske und andere 1987 beschlossen haben, die Männerfastnacht wieder zu beleben. 1988 gab es die erste. 1992 haben wir den Verein gegründet."

Seitdem gestaltet der Verein maßgeblich das Dorfleben mit, die Jugend- und Männerfastnachten, das Osterfeuer, das Maibaum-Aufstellen, Weihnachtsfeiern, Märchenvorstellungen, ist beim Ball der Vereine dabei.

105 Mitglieder hat der Verein, dazu kommt noch die Jugendgruppe. Die Jugendchefs Patrick Domaschenz und Linda Groschischka begrüßten die Fastnachtsteilnehmer. Linda tat das sogar in wendischer Sprache. Der Traditionsvereinsvorsitzende hatte seine ganze Familie um sich, seine Frau Simone, seinen Sohn Patrick mit Linda und seine Tochter Isabell mit Schwiegersohn Andy Hebler. "Wir stehen für den Erhalt der Traditionen, schließlich war meine Oma Anna eine versierte Haubenstickerin und -steckerin", sagte er.

Ganz in Familie waren auch die Groschischkas. Die Schwestern Linda und Laureen standen Seite an Seite bei der Begrüßung, Laureen verkündete, dass ihre Schwester das Amt der Jugendchefin jetzt an Jessica Christoph weitergibt. Linda forderte alle Mädchen auf: "Lasst die Röcke fliegen!" Sie verlas nicht nur die Namen der Sponsoren, verbunden mit einem großen Dankeschön, sondern verriet auch, mit wem ihre Cousinen Michelle und Marie sowie Cousin Jens Groschischka im Umzug gehen.

Auch Familie Konzack meisterte die 177. Fastnacht in Familie: Vater Matthias sorgte noch kurz für eine saubere Nase bei Tochter Leni-Marie, und dann gingen sie mit Mutti Charlene auf den Weg durch das Dorf mit Stationen am Pfarrhaus, an der Feuerwehr und mit dem Einzug in den Saal zum abschließenden Tanzabend.

Zu den aufmerksamen Beobachtern des Geschehens gehörte auch Heinz Ruben. Der Senior schaute bei der Eröffnung interessiert und begeistert zu. Vor 25 Jahren hat er den Traditionsverein mitgegründet: "Schön ist es, dass diese Tradition lebt. Natürlich wird die Fastnacht aus vielerlei Gründen nicht so gefeiert, wie das unsere Vorfahren gemacht haben. Damals wurde zum Beispiel drei Tage lang gefeiert. Montag war der Umzug, doch das geht heute eben nicht mehr." Aber der Verein hat sich als Ansprechpartner für die Traditionen im Dorf bewährt. Und das freut nicht nur Heinz Ruben.

Mit den vielen Kindern an der Spitze ihres Umzuges haben die Werbener dafür gesorgt, dass auch in Zukunft Fastnacht gefeiert wird. Die Spreewälder Blasmusikanten bewiesen, dass für sie die Fastnacht mehr als nur ein Job ist.