30 Uhr erwarten die Bläser die Kirchgänger vor dem Gotteshaus, darunter Frauen in der schwarzen Burger Kirchgangstracht. „Um diese Traditon bemüht sich der Trachtenverein“ , so Popp. Bis zehn Uhr werden Osterlieder gesungen und österliche Musik gespielt. Danach wird die Kirche geöffnet. Kinder schmücken den Altar neu, anschließend ziehen die Bläser und die Frauen in der Tracht vor den anderen Gottesdienstbesuchern in die Kirche.
Mit Glockengeläut und Posaunenmusik zum Sonnenaufgang gegen sechs Uhr wird der Ostersonntag in Werben beginnen. Wie Pfarrer Bernd Puhlamm sagt, lassen es sich erfahrungsgemäß auch einige Dorfbewohner nicht nehmen, zur Kirche zu kommen, um die Posaunenmusik vom Turm zu hören. Eine weitere Tradition: Die Frauen der Frauenhilfe bereiten für die Kinder Ostereier vor und verstecken diese auf dem Gelände der Kirche. Nach dem Sonntagsgottesdienst werden die Eier gesucht.
In Dissen wird am Karfreitag, in den wendischen Dörfern auch Stiller Freitag genannt, zum Ostersingen in die Kirche eingeladen. Frauen und Mädchen des Chores „Luzyca“ stimmen ab 16 Uhr Passionslieder an. Der seit drei Jahren erneut gepflegte Brauch geht auf eine Tradition zurück, die vor rund fünf Jahrzehnten noch Realität im Ort war: Die Mädchen der Spinte zogen in Halbtrauertracht durch das Dorf und sangen an den Palmsonntagen und Karfreitag Pas sionschoräle. Am Ostersonntag wurden von drei bis sechs Uhr Auferstehungslieder angestimmt. Das berichtet Babett Zenker, Leiterin des Heimatmuseums Dissen. (es)