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| 17:56 Uhr

Drebkau
Doppeltes Ja-Wort in historischen Mauern

Karolin und Michael Conrad gaben sich am Freitag ihr Ja-Wort in der  Kirche von Casel. Es war  die erste Trauung nach der erfolgreichen Sanierung des alten Gotteshauses.
Karolin und Michael Conrad gaben sich am Freitag ihr Ja-Wort in der Kirche von Casel. Es war die erste Trauung nach der erfolgreichen Sanierung des alten Gotteshauses. FOTO: Marion Hirche
Casel. Sanierte Kirche aus dem 13. Jahrhundert in Casel wird wieder mit Leben erfüllt Von Marion Hirche

Für viele Bürger des etwas mehr als 200 Einwohner zählenden Drebkauer Ortsteiles Casel war der vergangene Freitag ein besonderer Tag. Ihre Kirche erlebte erstmals nach der zu Weihnachten im vergangenen Jahr abgeschlossenen Sanierung  wieder eine Hochzeit.

Das kleine Gotteshaus wurde als katholische Wallfahrtskirche im 13. Jahrhundert errichtet. Sie überdauerte die Jahrhunderte mehr schlecht als recht. 1985 drohte sogar der Einsturz. Damals retteten Caseler ihre Kirche. Das tun sie nach neuerlichen Zerfallserscheinungen seit 2010 wieder. Sie gründeten im Juni 2010 einen Förderverein und initiierten regelmäßige Veranstaltungen, bei denen Geld gesammelt wurde. Es kamen 25 000 Euro zusammen und damit waren Wege zu Fördermitteln geebnet. In den vergangenen beiden Jahren wurden  der Turm und dann das Dach, das Gebälk, der Putz und der Innenraum saniert. Jetzt ist wieder alles gesichert und es gab nun die erste Eheschließung.

 Geheiratet haben Karolin und Michael Conrad. Seit elf Jahren sind die beiden Caseler schon ein Paar. Die Familie komplettierem ihre Söhne, der dreijährige Niklas und der sechsjährige Lukas. Zusammen hat die Familie ein altes Bauernhaus in Casel zu ihrem Heim gemacht. Wie in der Rede von Pfarrer Stephan Magirius zu erfahren war, kennen sich die beiden schon seit Kindesbeinen an. Sie arbeitet als Krankenschwester, er ist Mitarbeiter in der Biogasanlage in Schöllnitz.  Am 11. Mai 2017 haben sich die die Caseler schon das Ja-Wort auf dem Standesamt gegeben. Aber erst jetzt ist ihr Glück vollendet. Genau ein Jahr nach der Eheschließung im Standesamt haben sie nun auch in der Kirche „Ja“ zueinander gesagt. Pfarrer  Stephan Magirius, der die Geschichte der Kirche kennt, formulierte es so: „Ihr habt zusammen ein Haus gebaut, wisst, was es heißt, gemeinsam durchs Leben zu gehen und heute macht ihr auf eure Beziehung einen Deckel drauf.“

Immer wieder zum Taschentuch greifend gaben sich die jungen Leute das Liebesversprechen fürs Leben. Sie trug ein Spitzenkleid mit langem Schleier und Michael hatte sich für  einen außergewöhnlich geschnittenen schwarzen Glanzanzug entschieden. Auch die Söhne  trugen dunkle Anzüge und Fliege. Nach dem Eheversprechen, dem Tausch der Ringe und dem Kuss bekamen die beiden sympathischen Conrads die Glückwünsche der anwesenden Verwandtschaft und Bekanntschaft.

Unter ihnen auch die Großeltern von Karolin: Horst und Lucie Koßlick. Der 83- und die 84-Jährige stehen selbst vor einem großen Ehejubiläum. Am 16. Mai feiern sie die Eiserne Hochzeit. Sie sind also schon 65 Jahren verheiratet. Am Mittwoch werden sie am Nachmittag noch mal ihr Eheversprechen in der Caseler Kirche bekräftigen. Für ihre Enkel hatten sie am Freitag einen Rat, wie man so lange zusammen aushält: „Jeder muss einfach immer ein Loch zurückstecken.“ Die frisch Getrauten mussten nach der Zeremonie noch die brennenden Schlauchringe löschen, denn sie sind beide Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Casel und dann ging es zur Feier nach Burg.

Unter den Gästen waren auch Karolins Großeltern: Die Koßlicks werden am Mittwoch,16. Mai, ihr Eheversprechen nach 65 Jahren in der Caseler Kirche erneuern.
Unter den Gästen waren auch Karolins Großeltern: Die Koßlicks werden am Mittwoch,16. Mai, ihr Eheversprechen nach 65 Jahren in der Caseler Kirche erneuern. FOTO: Marion Hirche