Vier Blütenstände hat René Kubusch gezählt. Alle sind gespannt, ob aus den Fruchtansätzen reife Bananen werden. Klimawandel hin oder her: Der Hausherr hat so seine Zweifel. Reicht die begrenzte warme Zeit in Mitteleuropa aus? Schließlich steht die Pflanze nicht in einem Tropenhaus.

Der 41-Jährige und seine Frau Yvonne (39) staunen, dass binnen fünf Jahren aus der vielleicht 30 bis 40 Zentimeter kleinen Topfpflanze, gekauft für etwa neun Euro in einer sächsischen Gärtnerei, so ein riesiges Gewächs geworden ist. Die Mutterpflanze ist inzwischen abgestorben. Doch aus der Wurzel wachsen immer wieder neue Sprösslinge. Einige hat der Ruhlander bereits verschenkt, damit das wuchernde Grün auf dem ohnehin schon gut bepflanzten Grundstück nicht überhandnimmt. Derzeit zählt René Kubusch 22 Stämme. Kurz vor dem ersten Frost wird die Pflanze komplett heruntergeschnitten und mit Stroh, Laub und den eigenen Blättern ordentlich eingepackt, damit sie im Winter keinen Schaden nimmt. Der jetzt sichtbare komplette Aufwuchs bis in eine Höhe von etwa vier Metern stammt also aus dieser Vegetationsperiode.

Dabei hat René Kubusch, von Beruf Straßenbauer, den Boden gar nicht speziell vorbereitet. Es wird lediglich hin und wieder gedüngt. Und reichlich Wasser braucht die Pflanze. Schätzungsweise bis zu 300 Liter fließen bei jedem Gießen.

Auch sonst grünt und blüht es auf dem sanierten ehemaligen Bauerngehöft. Neben heimischen Bäumen, Sträuchern und Gemüse aus dem Gewächshaus gedeihen auch die Palmen im Topf, die Zitronenpflanze und eine aus China stammende Beere, deren kleine rote Früchte essbar sind. Langjährige Erfahrungen hat die Familie mit exotischen Pflanzen keine, aber sie macht wohl alles richtig.