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In Japan duftet's nach Törtchen

Dennis Depta, Jon-Jakob Gendner und Can Monarc (v.l.) kommen als "Do I Smell Cupcakes" am Freitag nach Cottbus, um ihr neues Album vorzustellen.
Dennis Depta, Jon-Jakob Gendner und Can Monarc (v.l.) kommen als "Do I Smell Cupcakes" am Freitag nach Cottbus, um ihr neues Album vorzustellen. FOTO: Viviane Wild
Cottbus. Japan – nicht gerade das erste Land, das einem Cottbuser oder Berliner einfallen würde. In Japan aber gebe es Potenzial, sagt Dennis Depta, Gitarrist und Mitbegründer der Cottbus-stämmigen Band "Do I Smell Cupcakes". Daniel Schauff

Er und seine zwei Bandkollegen Jon-Jakob Gendner (Schlagzeug) und Can Monarc (Gesang) steigen im Oktober ins Flugzeug nach Asien, um das Debütalbum "Make the Big Boys Hire Me" im Land der aufgehenden Sonne zu präsentieren. Nicht aber, ohne sich vorher in Deptas Heimatstadt Cottbus schon einmal warmzuspielen. Am 6. Oktober tritt die Band im Chekov auf - vor 100 oder vielleicht sogar 200 Zuschauern. Zum Vergleich: In Japan erwarten die drei Wahlberliner bei Konzerten mitunter vierstellige Besucherzahlen. Trotzdem: In Cottbus zu spielen, sagt Depta, sei ihm schon besonders wichtig.

Immerhin, erzählt er, habe er die Band vor einigen Jahren in der Lausitzmetropole gegründet. Es folgten Änderungen in den Besetzungen, der Umzug nach Berlin, Konzerte in Osteuropa, Israel und Asien.

"Als deutsche Band, die Englisch singt, hast du in Deutschland kaum Chancen", sagt Depta. Die Radios wollten die bombastische Popmusik nicht, zumindest nicht auf Englisch. Das Internet sei Fluch und Segen zugleich. Zwar gebe es viele tolle Musiker, die ohne Youtube und Co. kaum Gehör finden würden, aber eben auch viel Mindergutes. Zudem seien viele Kunden gar nicht mehr bereit, Geld für Musik auszugeben, weil im Netz ohnehin ein Großteil umsonst sei.

Mit dem schwierigen Stand junger Bands in Deutschland im Hinterkopf ist auch der Titel des Debütalbums von "Do I Smell Cupcakes" entstanden - "Make the Big Boys Hire Me" (Bring die Großen dazu, mich anzuheuern") heißt es und ist eine Art Hilferuf, sagt Depta, rudert aber gleich wieder zurück. Ganz so pathetisch will er den Namen der Scheibe gar nicht klingen lassen, dennoch soll der Titel ein wenig aufmerksam darauf machen, wie schwierig es für eine junge Band ist, "aus der Masse aufzutauchen". Auch die drei Musiker mit Cottbuser, Hamburger und Berliner Wurzeln mussten "einen Pakt mit dem Teufel" eingehen, wie Dennis Depta es nennt. Werbe deals und Sponsoren stehen hinter der neuen Platte und der Werbung dafür - anders sei ein Projekt in der Größenordnung des neuen Albums und der dazugehörigen Tour gar nicht zu stemmen.

Im November sind "Do I Smell Cupcakes" wieder zurück in Deutschland und halten die Brandenburger Flagge hoch beim Bundesentscheid des "Local Heroes"-Bandwettbewerbs in Salzwedel (Sachsen-Anhalt). Zurzeit, sagt Depta, versuche die Band, einen Bus für Cottbuser Fans zu organisieren, die die drei Musiker vor Ort unterstützen sollen. Das Vorhaben sei allerdings noch in der Mache.

Die Albumpremiere im Cottbuser Chekov beginnt am Freitag, 6. Oktober, um 20.30 Uhr.