Von Andrea Hilscher

Ulrike Blumensath strahlt, wenn sie von ihrer Arbeit erzählt. Von dem Glück, Kindern dabei zuzuschauen, wie sie Kartoffeln aus der Erde holen, Kekse backen oder Salz mit Kräutern mischen, die im Sommer im Ströbitzer Schulgarten geerntet wurden. Ulrike Blumensath strahlt aber noch aus einem zweiten Grund: Kurz vor dem Jahreswechsel konnten endlich die maroden Hauptwege in dem 54 Jahre alten Areal an der Dahlitzer Straße erneuert werden.

„Die Wege waren wirklich schon sehr marode“, sagt die Lehrerin, die mit einer halben Stelle in das „Pädagogisches Zentrum für Natur und Umwelt“, eben den Schulgarten, abgeordnet ist. Vor allem für Kinder aus der Spreeschule und für die zahlreichen Senioren, die auf das Gelände kommen, waren die Wege regelrechte Stolperfallen.

Die Finanzierung der Arbeiten hätte der Schulgarten allein niemals stemmen können, eine Finanzspritze aus Lottomitteln kam da gerade recht. 35 000 Euro vom Land, dazu 4500 Euro vom Förderverein reichten gerade aus, um insgesamt 230 Wegemeter im 14 000 Quadratmeter großen Schulgarten auf Vordermann zu bringen. „Auf unsere Ausschreibung des Auftrags hatten wir leider nur sehr dürftige Resonanz“, sagt Kerstin Kircheis, Vorsitzende des Fördervereins. „So kurz vor Jahresende sind die Auftragsbücher überall voll.“

Dann aber hat der Garten- und Landschaftsgestalter Thomas Heiner mit seiner Bauleiterin und dem Team das fast Unmögliche möglich gemacht.

„Drei Wochen stramme Arbeit, dann waren die Wege fertig“, erzählt der Geschäftsführer. Die „wassergebundene Wegedecke“ muss jetzt noch etwas ruhen, dann können Schulgartennutzer wieder bequem alle wichtigen Flächen erreichen. „Und weil wir nicht wussten, wie wir den Abtransport des Aushubs bezahlen sollten, haben wir ihn kurzerhand genutzt, um eine Spielfläche zu modellieren“, freut sich Ulrike Blumensath. Jetzt können die Kinder auf einer Hügellandschaft zwischen den Beeten toben, hübsch sieht die Szenerie außerdem noch aus.

Auch Thomas Heiner ist zufrieden mit dem Ergebnis seiner Arbeit. Er ist selbst seit einigen Jahren Mitglied des Schulgarten-Fördervereins und freut sich, wenn Kinder die Chance haben, hier einen Bezug zum Wachsen und Gedeihen von Pflanzen zu entwickeln. „Es ist schon erschreckend, wie wenig viele junge Menschen darüber wissen“, sagt der gelernte Gärtner, der auch bei seinen Azubis häufig über Wissenslücken stolpert.

Eine Erfahrung, die Ulrike Blumensath tagtäglich teilt. „Wenn Kinder nicht noch Großeltern mit Garten haben, fehlt ihnen unglaublich viel an Wissen.“ Sie selbst wäre froh, wenn Brandenburg den Schulgarten wieder stärker in den Lehrplan einbinden würde. „In anderen Bundesländern passiert in dieser Hinsicht gerade sehr viel.“

Kerstin Kircheis unterstützt Blumensaths Bemühungen als SPD-Abgeordnete auf Landesebene. „Das Umweltbewusstsein steigt, Fragen des Naturschutzes werden in den kommenden Jahren immer wichtiger. Da sollte man schon wissen, wie die Umwelt funktioniert“