ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

In der Wohnresidenz Branitz sind die ersten Mieter eingezogen

Cottbus. Der dicke Teppich in der Lobby lässt jeden Schritt angenehm federn. Im Regal hinterm Empfangstresen der Rezeption warten Briefe und Zeitungen in den Fächern auf ihre Besitzer. Anja Wolf lächelt einem Herrn entgegen, reicht ihm die Post. Peggy Kompalla

Beide tauschen fröhliche Sätze aus. Die Sonne blinzelt durchs große Fenster. Die Szene könnte aus einem feinen Hotel sein. Doch der Blick nach draußen zeigt eine Baustelle: Dort stehen Gerüste, Materialien und Geräte. 35 Wohnungen in der Wohnresidenz Branitz sind bereits bezogen. Dabei ist der einstige Hotel-Komplex noch bis ins nächste Jahr hinein eine Baustelle.

Bauunternehmer Gerd Mielke investiert 16 Millionen Euro in das Projekt und schafft damit ein in der Region einmaliges Wohnangebot für Senioren. Er betont: "Wir sind kein Pflegeheim, sondern eine Wohnanlage mit sehr viel Service." 140 Miet- und 24 Eigentumswohnungen werden es insgesamt. Tatsächlich vermag das Personal schon heute trotz der Bau-Bedingungen Hotel-Atmosphäre aufkommen zu lassen. Eine Essecke ist im künftigen Veranstaltungsraum liebevoll hergerichtet. Ein Mitarbeiter holt auf einem silbernen Tablett Kaffeenachschub für die drei Damen der Frühstücksrunde. Ein Lächeln gibt es obendrauf. Gleich nebenan schwitzen Bauarbeiter hinter einer Glastür über ihrem Handwerk. Dort brummen Bohrmaschinen, in der Lobby der Staubsauger.

Etwa 150 Bauarbeiter von rund 30 Firmen aller Gewerke sind derzeit auf dem Gelände zugange. Trotz des Trubels bewahrt Gerd Mielke eine erstaunliche Ruhe, ruft die Vorarbeiter beim Namen, trifft kurze unaufgeregte Absprachen.

Zum Wohnkomplex gehört ein Tagespflege-Bereich mit 20 Plätzen, den die Johanniter übernehmen. Der Innenausbau ist weit fortgeschritten. "Hier wird der Allgemeinmediziner seine Räume haben", sagt Mielke und öffnet eine Tür. Demnach wird Dr. Steffen Wolf in der Wohnresidenz eine Zweigstelle aufmachen. "Einen Friseur haben wir bereits binden können und für den Einkaufsmarkt einen Einzelhändler."

Der Fitness- und Spa-Bereich nimmt Gestalt an. Im Bistro steht nun ein Kamin, Elektriker installieren die Technik, schließen Geräte an. In einer Sauna werden Holzbänke eingebaut. Die Fußbodenheizung funktioniert. Katharina Brandt verwandelt einen Raum mit Farbe in einen orientalischen Hamam. Derweil warten die Umkleideschränke schon auf die Gäste. Im Schwimmbad steht allerdings noch ein Gerüst. "Nächste Woche ist das weg. Dann kommt der Poolbauer und bringt das Becken auf Vordermann", erzählt Gerd Mielke. Der harte Winter hat die Pläne ein wenig durcheinandergewirbelt, vom Sauna-Garten ist noch nicht viel zu sehen. "Das holen wir auf", versichert er. Im April öffnet das Spa, im Mai folgt die Gastronomie. "Das ist kein exklusives Angebot, sondern in jedem Fall auch für die Öffentlichkeit gedacht", betont der Investor. Die Wohnresidenz versteht sich als offenes Haus.

Der zweite Bauabschnitt ist bereits eingerüstet. Das sind die beiden Altbauten. Bis Ende August entstehen darin 80 Wohnungen. "Die Nachfrage reißt nicht ab", sagt der Investor. "Es sind bereits 65 Prozent ausgelastet." Im September sollen die neuen Bewohner einziehen.

Parallel beginnt im Juni der Neubau der Eigentumswohnungen und der Parkgarage mit 80 Stellplätzen. Der kleine Einkaufsmarkt mit 90 Quadratmetern entsteht an der Liebermannstraße, genauso wie ein Hotel. "Das besondere ist, dass die Hotelzimmer barrierefrei sein werden", erklärt der Unternehmer. Der Bedarf dafür sei da. "In ganz Brandenburg gibt es mit dem Seehotel in Rheinsberg bislang nur ein Hotel, dass das bieten kann." Die Arbeiten dauern noch bis in den Sommer 2018.

Die Wohnresidenz wird Gerd Mielke mit einer eigens gegründeten Service-Gesellschaft betreiben. "Auf diese Weise wollen wir langfristig die Qualität, Preise und Öffnungszeiten garantieren", erklärt er.