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| 19:21 Uhr

Vorhaben
Grenzüberschreitende Wanderung

Die Teilnehmer des deutsch-polnischen Kirchenprojekts am vergangenen Wochenende vor der Kirche in Groß Döbbern.
Die Teilnehmer des deutsch-polnischen Kirchenprojekts am vergangenen Wochenende vor der Kirche in Groß Döbbern. FOTO: Marion Hirche
Neuhausen/Spree. Deutsch-polnisches Projekt der Gemeinde Neuhausen/Spree und der Fundacja Natura Polska Von Marion Hirche

Am Sonnabend treffen sich Interessenten sakraler Bauten aus der Gemeinde Neuhausen und aus der Region Zary zu einem Symposium in Zary. Sie werden sich über das deutsch-polnische Projekt „Wanderweg über sakrale Objekte“ verständigen. Das Projekt wird von der Euroregion Spree-Neiße-Bober gefördert. Im Ergebnis wird eine Broschüre  über Gotteshäuser diesseits und jenseits der Grenze veröffentlicht. Die Teilnehmer des Symposiums werden Vorträge über die Architektur und die Sanierung von Kirchen in der Region Zary und in der Gemeinde Neuhausen hören. Artur Rutka wird über die Restaurierung sakraler Objekte in Polen sprechen und Bürgermeister Dieter Perko aus Neuhausen berichtet in einem Vortrag über solche Arbeiten in seiner Gemeinde. In Zary und in Lubanice werden jeweils Kirchen besichtigt.

Diese Veranstaltung ist bereits Teil 2 des Projekts, denn am vergangenen Wochenende besuchten bereits 35 polnische und 24 deutsche Teilnehmer vier Kirchen in der Gemeinde Neuhausen. In Groß Döbbern wurden sie vom Gemeindekirchenratsvorsitzenden Volkmar Wank begrüßt. Er sprach über das Dorf, das 1450 erstmals urkundlich erwähnt wurde und bereits im 16. Jahrhundert eine Kirche hatte. Wank wusste zu berichten, dass die knapp 500-Seelengemeinde im 18. Jahrhundert von der Lausitzer Adelsfamilie Pückler gekauft wurde. Pückler ließ die Kirche verändern, Turm und Chor wurden umgebaut. Im Gegensatz zu den beiden anderen Gotteshäusern des Kirchenkreises hat dieses Gebäude den Krieg relativ unbeschadet überstanden. Neuhausens Bürgermeister Dieter Perko unterstrich den Einfluss der Familie Pückler auf die Entwicklung der Kirche und des Dorfes. Er machte auf das Pücklerwappen über dem Altar aufmerksam und informierte darüber, dass Groß Döbbern den Titel „Pücklerdorf“ bekommen hat und das auch demnächst an den Ortsschildern zu lesen sein wird. Die Projektteilnehmer erkundigten sich hier nach der Anzahl der Gottesdienste, die hier heute noch stattfinden und erfuhren, dass es immer einen Termin im Monat gibt.

Zu den Zuhörern gehörte auch Marlies Ziem aus Groß Oßnig: „Ich interessiere mich für alles Geschichtliche, besonders, wenn es unsere Gemeinde betrifft. Bei solchen Gelegenheiten bekommt man Informationen, die es sonst nicht gibt.“ Aufmerksam verfolgte Zemon Podojewski die Ausführungen und meinte danach: „Das ist alles sehr informativ. Meine Kirche in Mirostowice Dolne gibt es bereits seit 1260 und deshalb bin ich an Kirchengeschichte sehr interessiert.“ Natürlich wird der polnische Kirchenvertreter auch jetzt am Sonnabend beim Symposium mit dabei sein.

Besucht wurden von der Gruppe auch die Kirchen in Neuhausen, Komptendorf und zum Abschluss des Tages gab es noch ein Konzert mit Kirchenmusikdirektor Wilfried Wilke in Sergen. „Unsere Kirchen sind ein Aushängeschild unserer Großgemeinde. Die Broschüren können wir gut für den grenzüberschreitenden Tourismus verwenden“, betonte Dieter Perko bei der Veranstaltung.