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| 14:42 Uhr

Eier ausgebrütet
Flamingoküken erkunden die Welt

 Derzeit gibt es auf der Flamingo-Anlage 14 Nester und zehn Eier. Die Brutzeit beträgt 30 Tage.
Derzeit gibt es auf der Flamingo-Anlage 14 Nester und zehn Eier. Die Brutzeit beträgt 30 Tage. FOTO: Michael Helbig
In der Lagune des Cottbuser Tierparks ist erstmals gut behüteter Nachwuchs geschlüpft.

Das weißgraue Küken stakst vorsichtig auf dem Schlammhügel entlang. Zwischen den langen dünnen Beinen der ausgewachsenen Flamingos entdeckt es die Welt des Cottbuser Tierparks. Zwei Jungtiere sind in den vergangenen Tagen aus den Eiern geschlüpft. Sie erleben wie ihre Eltern den ersten Sommer in der neuen Flamingo-Lagune. Die Anlage öffnete erstmals im Herbst 2018, wie Tierpark-Chef Jens Kämmerling berichtet. „Seitdem haben wir hier keinen Ärger mehr mit Raubtieren“, sagt er. „Die Flamingos können frei fliegen und sich sicher bewegen.“

Für die Vögel hatten die Tierpfleger Schlammhügel vorbereitet, auf denen sie ihre Nester anlegen. Doch nicht nur das. Mit ihrer Schnabelspitze ziehen sie geduldig weiteres Baumaterial aus dem Wasser, um es aufzutürmen. So wachsen die Schlammhügel nach und nach bis auf die doppelte Höhe ihres Ursprungs an. 14 Nester haben sie eingerichtet, in denen insgesamt mehr als zehn Eier liegen. Die Brut dauert 30 Tage. Jens Kämmerling sagt: „Da kommen sicher noch einige Küken nach.“

Mit Hingabe kümmert sich Tierpfleger Thomas Zimmermann um die Flamingos. „Sie sind Koloniebrüter“, sagt er. „Da gibt es immer wieder Streit um die Territorien.“ Aber das gehöre dazu. So bräuchten die Tiere den Konflikt vermutlich auch, um sich zu animieren. Dabei könne schon mal ein Ei oder Baumaterial verschwinden, oder ein Flamingo besetze einfach den Hügel eines Nachbarn.

Platz in der Mitte bevorzugt

Zugleich gibt das Leben in der Gruppe den Vögeln Sicherheit, wie Tierpfleger Thomas Zimmermann berichtet. „Wo sich Flamingos vereinzelt aufhalten, geraten sie leicht in Panik“, erläutert er. „So streben innerhalb der Gruppe alle Tiere danach, in der Mitte zu sitzen.“

Ohnehin herrscht in der Lagune stets ein lautstarkes Spektakel. Die Flamingos schnattern Tag und Nacht, laufen umher und beäugen die Enten, die manchmal zwischen ihren Beinen hindurch gemütliche Bahnen im Wasser ziehen.

Thomas Zimmermann sagt: „Ich habe die Flamingos noch nie so richtig ruhig gesehen.“ Zwar gebe es ab und zu kurze Phasen, in denen sie dösen. Doch grundsätzlich lebten sie stets in Alarmbereitschaft. Denn laut ihrem Instinkt könne ja in der freien Natur jederzeit aus heiterem Himmel ein gefährliches Tier auftauchen.

Langes Leben in Aussicht

Die jungen Flamingos im Cottbuser Tierpark werden bald farbige Plastikringe erhalten, damit die Mitarbeiter sie auf den ersten Blick auseinanderhalten können. Mit etwas Glück haben sie ein langes Leben vor sich. Flamingos werden in der Regel 40 bis 50 Jahre alt, wobei die Geschlechtsreife mit fünf oder sechs Jahren eintritt. Wie Tierparkchef Jens Kämmerling berichtet, erreichte ein Exemplar im Berlin sogar ein Alter von 70 Jahren.