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| 20:43 Uhr

Service wird im Stadtgebiet vermisst
In Cottbus verschwinden Altkleidercontainer

Der Bedarf an Altkleidern ist nach wie vor groß. Die Cottbuser helfen gern. Deshalb wird in Sandow verwundert zur Kenntnis genommen, dass Sammelcontainer verschwinden.
Der Bedarf an Altkleidern ist nach wie vor groß. Die Cottbuser helfen gern. Deshalb wird in Sandow verwundert zur Kenntnis genommen, dass Sammelcontainer verschwinden. FOTO: fotolia / jozsitoeroe
Hilfswerke bestätigen: Der Bedarf an Altkleidern ist nach wie vor groß. Die Malteser finanzieren von Erlösen soziale Leistungen für hilfebedürftige Bürger. Aber Sammelcontainer verschwinden. Von Josephine Japke

Zwölf Kilogramm Kleidung kauft jeder Deutsche im Jahr – obwohl der Kleiderschrank in den meisten Fällen gut gefüllt ist. Was nicht mehr gefällt oder passt, wird weggeworfen. „Dabei ist das gar nicht nötig“, sagt Benedikt Schwarz, Sprecher der Malteser-Hilfsdienste, „denn damit kann man anderen Menschen noch eine Freude machen.“ In Cottbus und in den angrenzenden Ortsteilen haben die Malteser 45 Container, meist an Wertstoffsammelplätzen und in Wohngegenden, aufgestellt. Eben dort, wo viele Menschen regelmäßig vorbei kommen und daran erinnert werden können, dass sie getragene Kleidung spenden können.

„Für unsere Container konnten wir keinen Rückgang der Nutzung feststellen. Wir werden sogar immer wieder gezielt nach den Standorten gefragt“, erklärt Benedikt Schwarz. Häufig erkunden sich Seniorenheime oder Hausverwaltungen eigenständig nach Altkleidercontainern, weil in der Mieterschaft das Interesse dafür vorhanden sei. Container aus dem Stadtgebiet wurden ihm zufolge deshalb nicht abgeholt. „Dafür besteht gar kein Grund“, sagt er.

Trotzdem ist einer Anruferin aus Sandow aufgefallen, dass mehrere Container am Lindenplatz fehlen, die dem Deutschen Roten Kreuz gehörten. Auf Nachfrage der RUNDSCHAU äußerte sich der Verein nicht dazu. „Das ist total schade, denn meines Empfindens nach wurden die sehr häufig genutzt“, sagt die Cottbuserin. Sie selbst sortierte häufig Sachen aus, die ihr nicht mehr gefielen, aber zum weg schmeißen zu gut waren. Die nächsten Kleidercontainer seien zu Fuß nun nicht mehr gut erreichbar. „Ältere Leute haben nicht die Kraft, ewig mit einer schweren Tüte so weit zu laufen. Aber manchmal sind es auch nicht so viele Sachen, dass es sich lohnen würde, Hilfswerke anzurufen und sie abholen zu lassen“, sagt die Sandowerin.

In die Container dürfen grundsätzlich Bekleidungsstücke aller Art geworfen werden, inklusive Schuhen. „Die Altkleider, die über die Container gesammelt werden, werden entsprechend ihrer Verwertbarkeit sortiert und dann verschiedenen Verwendungszwecken zugeführt“, erklärt Benedikt Schwarz. Rund 25 000 Tonnen Textilien landen so jährlich bei den Maltesern.

Gut erhaltene und weiterhin tragbare Kleidung werde gesammelt und an die Malteser Kleiderkammern, den Katastrophenschutz und Hilfstransporte nach Osteuropa verteilt. Was zu modisch oder elegant und dadurch im Alltag kaum hilfreich ist, wird an Second-Hand-Anbieter (aus zweiter Hand) verkauft. Aus nicht mehr tragbaren Teilen entstehen Putzlappen und Füllmaterialien.

„Die Gelder, die wir aus dieser Verwertung der Altkleider erhalten, finanzieren die ehrenamtlichen und unentgeltlich erbrachten Dienste unserer Gliederungen mit“, erläutert Benedikt Schwarz. In Cottbus profitieren davon beispielsweise die Hospizbegleitung, der Besuchsdienst und die Jugendarbeit.

Nur eine Sache sei ärgerlich, so der Sprecher der Malteser: „Leider kommt es immer wieder dazu, dass nicht nur Kleidungsstücke in unsere Container geworfen werden. Die Altkleidercontainer werden auch missbräuchlich für die Entsorgung anderer Abfälle jeglicher Art benutzt.“ Die bereits im Container befindliche Kleidung muss dann meist vollständig entsorgt werden. Warum die Menschen das machen, ist Benedikt Schwarz ein Rätsel. Denn immerhin geht es bei Kleidercontainern darum, anderen zu helfen.