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| 16:41 Uhr

Cottbus
Tierparkbewohner trotzen der Kälte

Die Enten tragen derzeit ihr schönstes Federkleid. Dabei drängen sie sich dicht an dicht im Wasserloch, das von den Tierpflegern offengehalten werden muss.
Die Enten tragen derzeit ihr schönstes Federkleid. Dabei drängen sie sich dicht an dicht im Wasserloch, das von den Tierpflegern offengehalten werden muss. FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Selbst wärmeliebende Tiere lockt die Sonne nach draußen. Nachwuchs gibt es unter anderem im Streichelzoo.

Eistage in Cottbus. Am Dienstagmorgen wurde in der Wetterwarte Cottbus mit minus 16,6 Grad Celsius die tiefste Temperatur dieses Winters gemessen, berichtet Meteorologe Carsten Schneider. Am Donnerstagmorgen waren es nur wenig mildere 13,3 Grad. Und auch am Mittag verharrte die Quecksilbersäule unter Null: bei minus 4,2 Grad. Wir Menschen bibbern. Und wie kommen die Tierparkbewohner mit dem Frost zurecht? „Ganz gut“, beruhigt Direktor Dr. Jens Kämmerling. Der Sonnenschein tue den meisten Arten gut. Selbst Affen, Elefanten und Zebras begeben sich hin und wieder für eine halbe Stunde ins Freie und genießen die Sonne. Wer sich warm anzieht, kann derzeit auf dem Gelände an der  Cottbuser Spreeaue manches entdecken. Am vergangenen Wochenende wurden immerhin 600 Besucher im Tierpark gezählt, berichtet Jens Kämmerling.

Das Wassergeflügel zeigt sich derzeit so prächtig wie zu keiner anderen Jahreszeit.  Die Eiderenten und die Zwergsäger haben ihr Prachtkleid angelegt. „Die nordischen Arten sind schon voll in der Balz“, stellt Dr. Kämmerling fest. Die Männchen versuchen die Weibchen zu beeindrucken. Balzrufe erfüllen die Luft rund um das Wasserloch,  das von den Tierpflegern immer wieder aufgehackt werden muss. „Die Vögel brauchen das Restwasserloch für ihre Körperpflege“, erläutert der Tierparkchef, „und als Fluchtort für den Fuchs.“

Bei den Australischen Kasarkas, einer Entenvogelart, hat sich bereits Nachwuchs eingestellt. Die Küken sitzen zumeist unter der Wärmelampe, lassen sich aber vom Pfleger mit ein paar Salatblättern gern ins Freie locken. Auch eine etwa zwei Wochen alte Elenantilope zeigt sich stundenweise draußen. Zu den Neuankömmlingen im Tierpark zählt außerdem ein vier Wochen altes Banteng, ein Wildrind, das in Südostasien beheimatet ist.

Tierparkdirektor Dr. Jens Kämmerling freut sich über den ersten Nachwuchs bei den Zwergziegen im Streichelzoo.
Tierparkdirektor Dr. Jens Kämmerling freut sich über den ersten Nachwuchs bei den Zwergziegen im Streichelzoo. FOTO: Elsner / LR

Ganz und gar in ihrem Element fühlen sich bei diesen Temperaturen die völlig kälteunempfindlichen Rentiere und Yaks, während die Humboldt-Pinguine  die Strohschütte unter ihren Füßen zu schätzen wissen und, wenn die Luft besonders kalt ist, zum Aufwärmen auch gern mal ein Bad nehmen. Überhaupt sei es so, erklärt der Tierparkchef, dass nicht alle Pinguine die Kälte lieben. Galapagos-Pinguine sind sogar am Äquator zu Hause. Die Pinguine im Cottbuser Tierpark fühlen sich offensichtlich wohl. Ein Paar hat sich bereits zum Schnäbeln gefunden. Mit Nachwuchs kann also gerechnet werden.

Im Streichelzoo ist der erste Nachwuchs schon angekommen. Gerademal eine Woche alt sind die beiden Lämmer der Somalischafe, die mit ihrem schneeweißen Körper und tiefschwarzen Kopf die Blicke auf sich ziehen. Auch bei den Zwerg­ziegen sind die ersten Zicklein geboren. Weitere Zwergziegen sind trächtig. Zu Ostern dürfte also der Streichelzoo für Kinder wieder zum besonderen Anziehungspunkt  werden.

Die Humboldt-Pinguine nehmen ein Sonnenbad. Und bei den Ersten von ihnen regen sich bereits Frühlingsgefühle.
Die Humboldt-Pinguine nehmen ein Sonnenbad. Und bei den Ersten von ihnen regen sich bereits Frühlingsgefühle. FOTO: Elsner / LR
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