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In Cottbus tauchen regelmäßig Blüten auf

Welcher Schein ist echt? Geldfälscher haben im vergangenen Jahr in Deutschland so viele Blüten in Umlauf gebracht wie nie seit der Euro-Einführung 2002. Foto: Arne Dedert
Welcher Schein ist echt? Geldfälscher haben im vergangenen Jahr in Deutschland so viele Blüten in Umlauf gebracht wie nie seit der Euro-Einführung 2002. Foto: Arne Dedert
Cottbus. Der Fall sorgte für Aufsehen: Ein Cottbuser wird für seinen gebrauchten Wagen mit 4000 Euro Falschgeld bezahlt. Der 28-Jährige bemerkt den Betrug jedoch erst, als er am Samstag an der Supermarktkasse mit dem Geld bezahlen will. Peggy Kompalla

Auf dem Schaden bleibt er sitzen.

Während dieser Fall besonders heraussticht, weil es sich um eine große Summe Blüten handelt, sind diese Fälle keine Seltenheit in Cottbus. Das bestätigt Polizeisprecher Ralph Meier auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Demnach hat die Polizei seit Jahresbeginn 36 Fälle von Falschgeld registriert. "Das sind unterschiedlichste Fälle", sagt Meier. "Mal wollte jemand in der Bank mit einem falschen Schein einzahlen, mal an einer Tankstelle damit bezahlen, mal meldet sich ein Bürger bei uns." Auch könne die Polizei keine besondere Vorliebe der Geldfälscher für einen Schein feststellen. "Es taucht alles auf von Zehnern bis Hundertern."

Sollte sich jemand unsicher fühlen, ob er eine Blüte in seinem Portemonnaie hat, sollte der Betroffene zunächst eine Bank zu Rate ziehen, sagt Ralph Meier. Eine Anzeige bei der Polizei sei der nächste Schritt. Doch dann müsse der Betroffene selbst erst einmal nachweisen können, dass er nicht versuchte, das Falschgeld in Umlauf zu bringen.

Im aktuellen Fall blieb dem jungen Mann kaum etwas anderes übrig. Er ist offenbar ausgefuchsten Betrügern aufgesessen. Der Cottbuser hatte sein Auto im Internet zum Verkauf angeboten. Daraufhin wurde er von einem Autohändler angerufen, der angab, aus Guben zu kommen. Zur Übergabe erschien ein Mann, der polnisch und fließend deutsch sprach. Er bezahlte mit Bargeld in 50-Euro-Scheinen. Dem Geschädigten zufolge waren die Personalien des Käufers auf dem Kaufvertrag nicht identisch mit denen des Überbringers des Geldes.

Die Polizeibeamten bemerkten bei der Prüfung der falschen 50er, dass Geldscheinnummern mehrfach auftauchten. Zudem seien alle Scheine auffallend glatt gewesen. Laut Polizeisprecher Meier wurden die Blüten zunächst auf Spuren und Fingerabdrücke untersucht. Die Bundesbank werde ein Gutachten zu den Banknoten erstellen.