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Ausbildungsmesse
Kompass für die berufliche Zukunft

Am Stand des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums: Hebammenschülerin Maria Struppek (l.) von der Medizinischen Schule erläutert Fritzi-Bo Grabig aus Cottbus die Ausbildungsmöglichkeiten im Krankenhaus.
Am Stand des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums: Hebammenschülerin Maria Struppek (l.) von der Medizinischen Schule erläutert Fritzi-Bo Grabig aus Cottbus die Ausbildungsmöglichkeiten im Krankenhaus. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Rund 3000 Besucher kommen am Freitag zur Cottbuser Impulsmesse. Von Daniel Friedrich

In einigen Wochen wird Fritzi-Bo Grabig ihren Realschulabschluss in der Hand halten. Wie es danach beruflich für die 20-Jährige weitergehen könnte, das möchte die Cottbuserin am Freitag auf der Impulsmesse herausfinden. Eine Ausbildung in der Pflege soll es sein, so viel weiß sie schon. „Vielleicht Kinderkrankenpflegerin, vielleicht Hebamme. Auf jeden Fall möchte ich einen Beruf, in dem ich langfristig bleiben kann“, erzählt sie.

Nur alle drei Jahre bildet das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus junge Menschen zur Hebamme aus. Im April 2019 startet der nächste Durchlauf – doch bereits jetzt sollte man sich am besten bewerben. „Vorher schon ein Praktikum bei uns zu machen, ist auf jeden Fall empfehlenswert“, sagt Hebammen-Schülerin Maria Struppek zu Fritzi-Bo Grabig. Sie berichtet auf der Impulsmesse von ihren eigenen Erfahrungen und kann den potentiellen Azubis Tipps geben. „Was macht man als Hebamme alles und welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?“, möchte Fritzi-Bo Grabig wissen. Ihr gefällt das persönliche Gespräch und der Erfahrungsaustausch auf der Messe. „Wer demnächst aus der Schule kommt und noch nach Orientierung sucht, für den ist es sehr sinnvoll, hier mal vorbeizuschauen“, findet sie.

Impulse für eine Ausbildung oder ein Studium in der Region zu geben, das ist das Ziel der Impulsmesse, die in diesem Jahr ihr 15. Jubiläum feiert. Für den ersten diesjährigen Veranstaltungstag zieht Messeorganisatorin Viola Beyer-Hoppe ein positives Fazit: „Mit 3000 Besuchern am Freitag sind wir zufrieden. Das sind sogar ein wenig mehr Gäste als im Vorjahr“, sagt sie.

Doch die kommen offenbar nicht überall an: Am Stand der Finsterwalder Firma „Kjellberg“ im Untergeschoss etwa zeigt sich Ausbildungskoordinatorin Maya Vlahora eher unzufrieden. „Wir waren zum ersten Mal auf der Impulsmesse und haben uns mehr interessierte Besuche erhofft“, sagt sie. Viele junge Messegäste hätten, obwohl sie Eintritt bezahlen mussten, kaum Interesse gezeigt – nicht nur an ihrem eigenen Stand, wie sie beobachtet habe.

Viele Fragen dagegen hat ein paar Stände weiter Katharina Franke. Sie möchte mit ihrem zukünftigen Beruf auf jeden Fall Menschen helfen. Weil sie selbst Handball spielt, sich hin und wieder verletzt und deshalb Physiotherapie unumgänglich ist, informiert sie sich bei der „Reha Vita“ nach Ausbildungsmöglichkeiten. „Hier wird mir alles erklärt und ich kann mir ein gutes Bild von der Ausbildung machen“, ist sie nach dem Gespräch mit den Mitarbeitern glücklich. Noch hat die Achtklässlerin ein wenig Zeit, sich für einen Ausbildungsberuf zu entscheiden. „Aber sie informiert sich lieber frühzeitig, als zu spät“, sagt Mutter Stephanie Franke, die ihre Tochter auf der Messe begleitet. Schließlich sei auch sie an der Zukunft ihres Kindes interessiert.

Gezielt informiert hat sich auch Juliena Albert. Die Sprembergerin war am Freitag für einige Stunden mit ihrer Schulklasse auf der Messe. „Ich möchte gern Anglistik, Amerikanistik oder Journalismus studieren. Dazu habe ich mich bei den Unis in Greifswald und Rostock informiert“, berichtet die 15-Jährige. Anders als viele Besucher möchte sie nach der Schule erst einmal die Lausitz verlassen: „Ich halte es für wichtig, woanders Erfahrungen zu sammeln. Deshalb ist es gut, dass sich auch die Unis aus den angrenzenden Bundesländern präsentieren“, sagt sie.

Auch am Samstag, 6. Januar, können sich Interessierte von 10 bis 17 Uhr nochmals in den Messehallen informieren. Über 200 Aussteller warten nach Veranstalterangaben mit 800 verschiedenen Ausbildungs- und Studiengängen auf.