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| 13:34 Uhr

Stadtmarketing
„Ein Geschenk für die Stadt“

Ron Petraß (v.l.), Markus Krautzig und Sebastian Thiele hoffen auf Unterstützung für ihren Cottbus-Film.
Ron Petraß (v.l.), Markus Krautzig und Sebastian Thiele hoffen auf Unterstützung für ihren Cottbus-Film. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Drei junge Filmemacher wollen das Image von Cottbus aufpolieren. Von Andrea Hilscher

Bahnhofstraße, Souterrain. Schickes Büro mit dem richtigen Mix aus Design und kreativem Chaos. Hier hat die Firma von Ron Petraß ihren Sitz. Der junge Produzent, Mediengestalter und Filmemacher hatte schon lange die Idee für einen Imagefilm über Cottbus im Kopf. „Und als es dann los ging mit der bundesweiten Berichterstattung über Cottbus, da wurde mir klar, dass es langsam an der Zeit ist, das verzerrte Bild der Stadt wieder etwas geradezurücken.“

Schnell konnte er zwei Freunde überzeugen, sein Projekt zu unterstützen: Markus Krautzig, Diplomingenieur für Informatik und Digitale Medien und den Schauspieler Sebastian Thiele. Die Drei schafften es schnell, sich ihren Fähigkeiten entsprechend als Team aufzustellen, ebenso schnell waren sie sich über die Grundidee ihres Imagefilms einig: „Wir wollen die Stadt mit ihren liebenswerten Eigenheiten zeigen“, sagt Sebastian Thiele. „Es gibt so viele verborgene Ecken, die es wert sind, entdeckt zu werden.“ Markus Krautzig ergänzt: „Wir wollen zeigen, was die Stadt nicht nur offensichtlich, sondern auch im Verborgenen zu bieten hat.“ Die Filmemacher wollen neben Klassikern wie dem Branitzer Park auch den Wochenmarkt in Szene setzen, den kleinen Bäcker um die Ecke und das schöne Jugendstilhaus, bei dem seit Jahrzehnten alle Jalousien geschlossen sind.

„Wir werden uns kurz fassen“, sagt Ron Petraß. „Die Leute klicken sich  online schon nach wenigen Minuten aus einem Beitrag.“ Das Team will daher schnelle Bildfolgen ohne große Erklärungen, das alles künstlerisch gefilmt und in einem positiven Grundton gehalten.

„Wir wollen unsere Heimat in ein schönes Licht rücken, sie so zeigen, wie wir sie wahrnehmen“, sagen die Drei unisono. Um Politik solle es dabei nicht gehen, eher um einen positiven Aha-Effekt. Der Film soll sowohl für Einwohner wie auch für Touristen oder potenzielle Investoren interessant sein. „Er könnte in den Sozialen Medien laufen, auf Messen, in der Stadtinformation oder sogar auf der offiziellen Internetseite von Cottbus“, so Ron Petraß. Über Facebook will sich das Team Tipps und Anregungen holen, welche verborgenen Schönheiten der Film zeigen sollte.

Einen kleinen Haken hat der Plan allerdings noch: es fehlt am Geld. „Wir wollen nichts an dem Projekt verdienen, es ist unser Geschenk an die Stadt“, erklärt Sebastian Thiele. „Aber wir müssen die Technik, Drehgenehmigungen und Musikrechte bezahlen.“

Das Geld dafür wollen sie über Crowdfunding sammeln, eine Methode, über das Internet Spenden zu aquirieren. Das Prinzip ist einfach: Unterstützer überweisen dem Funding-Projekt Summen zwischen fünf und 1000 Euro. Für ihre Spende bekommen sie ein Dankeschön, das von einer Danksagung (20 Euro) über eine Rolle und einen Setbesuch (100 Euro) bis hin zum Premuimsponsoring für 1000 Euro reicht. Ist das Funding-Ziel von mindestens 5000 Euro bis Ende Juni erreicht, wird das Geld ausgeschüttet. Bleibt die Spendensumme unter 5000 Euro, wird das Geld an die Geber zurückgezahlt. Ron Petraß: „5000 Euro sind unser Minimum, zweites Fundingziel sind 8000 Euro.“ Damit wären aufwendigere Aufnahmen möglich.

Bisher haben die Cottbuser 915 Euro eingenommen. Markus Krautzig: „Wir haben bisher eine großartige Resonanz, spüren aber auch, dass die Sponsoren mitgenommen werden wollen – sie wünschen sich Gespräche, sogar den ein oder anderen Besuch.“ Mit der Stadt über den Film ins Gespräch zu kommen, ist allerdings nicht ganz einfach: Seit Jahren gibt es einen „offiziellen“ Imagefilm von und für Cottbus. „Kennen wir“, sagen die Filmemacher. Ihrer soll anders werden.

www.startnext.com/cottbusfilm