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| 20:47 Uhr

Zukunftssorgen trotz voller Auftragsbücher
Lausitzer Kunden müssen auf Handwerker immer länger warten

Auch das Gaststättengewerbe ist vom Fachkräftemangel betroffen. Immer weniger junge Leute wollen zum Beispiel Koch werden.
Auch das Gaststättengewerbe ist vom Fachkräftemangel betroffen. Immer weniger junge Leute wollen zum Beispiel Koch werden. FOTO: dpa / Jens Büttner
Cottbus. Lausitzer Handwerksbetriebe haben gut zu tun. Die Auftragsbücher sind voll. Die Folge allerdings sind längere Wartezeiten für die Kunden. Woran liegt das?

Lange Wartezeiten bei Maler, Elektriker, Bäcker und Co? Immer häufiger beschweren sich Kunden, dass Handwerker keine Zeit für sie haben. Nach Prognosen der Handwerkskammer Cottbus wird sich das Problem in der Zukunft eher noch verschärfen. Viele Betriebe würden derzeit schon an der Belastungsgrenze arbeiten und müssten auch Aufträge ablehnen, heißt es in einer Mitteilung.

Den Mangel an Fächkräften bezeichnet die Kammer als einen rund für die langen Wartezeiten. Über viele Jahre hätten sich zu wenige Jugendliche für eine Lehre im Handwerk entschieden.

Seit drei Jahren steigt die Zahl der Auszubildenden im Kammerbezirk wieder. „Das ist erfreulich“, sagt Kammerpräsident Peter Dreißig. Dies reiche aber kaum aus, um die Fachkräfte, die jedes Jahr in Rente gehen, in den Unternehmen zu ersetzen. „Wir bräuchten hier einen großen Schub und vor allem ein Umdenken in der Gesellschaft. Die duale Ausbildung ist ein Lebensweg, der sich lohnt", bekräftigt der Bäckermeister auch aus eigener Erfahrung.

Laut Handwerkskammer stehen mehr als 350 freie Lehrstellen vom Anlagenmechaniker bis zum Zweiradmechaniker zur Auswahl. Besonders im Baubereich, der die höchsten Ausbildungsvergütungen zahle, würden Jugendliche händeringend gesucht.

In den nächsten fünf Jahren stehen im Süden Brandenburgs rund 2500 Betriebe mit etwa 10 000 Mitarbeitern vor einem Generationswechsel, informiert die Kammer weiter. Nachfolger würden gesucht, aber immer schwerer gefunden. Denn wo Lehrlinge fehlten, gebe es in der Folge auch zu wenige Meister und Unternehmer. Es steige die Gefahr, dass das Angebot an handwerklichen Dienstleistungen zurückgehen, der Preis aber bei hoher Nachfrage hingegen steigen werde.

Alle freien Lehrstellen unter

www.hwk-cottbus.de/lehrstellen oder Facebook/Azubiflash

Für Fachkräfte gibt es Stellenangebote unter

www.hwk-cottbus.de/fachkraefte

(uf)