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Cottbuser Baudenkmal
Der Dornröschenschlaf ist vorbei

So soll der nach Süden offene Innenhof nach der Sanierung aussehen.
So soll der nach Süden offene Innenhof nach der Sanierung aussehen. FOTO: Hampelkotzur
Cottbus. 25 Wohnungen und eine Kita entstehen im Lehrgebäude 9. Im Frühjahr ist Baubeginn. Von Ulrike Elsner

Die Cottbuser kennen es als Haus der Armee, Nordlichtspiele oder Lehrgebäude 9 – seit dem Jahr 2009 steht das ursprünglich als Lehrerbildungsinstitut errichtete u-förmige Gebäude am Universitätsplatz leer. Eine Zeitlang sorgte noch der Open-Air-Treffpunkt „Prima Wetter“ im Innenhof für Leben.   Doch das markante Baudenkmal selbst liegt seit mehr als acht Jahren im Dornröschenschlaf.

Der ist jetzt vorbei. „Die Baugenehmigung ist erteilt. Die Bauwerkstrockenlegung hat bereits begonnen“, berichtet der Bauherr Immo-Pool Spreewald GmbH. Geplant sind 25 Wohnungen „auf sehr gutem Niveau“ mit Wohnflächen zwischen 60 und 95 Quadratmetern. Außerdem soll eine Kita mit 110 Plätzen entstehen, für die die Johanniter als Träger bereits eine Warteliste führen. Der Investor schwärmt von der Lage zwischen Uni-Bibliothek, Park und Niedersorbischem Gymnasium. Besonders reizvoll sei das Aufeinandertreffen zweier  Baustile in diesem Areal.

Für die Architekten von Hampel Kotzur & Kollegen eine reizvolle Aufgabe, wie Geschäftsführer Martin Adamscheck bestätigt. Es sei darum gegangen,  den Charakter des Gebäudes zu erhalten: die hohen Sprossenfenster, die Gauben und den Sandsteinsockel. Ein besonderes Schmuckstück verspricht die historische halbe Wendeltreppe zu werden, die zur DDR-Zeit zugemauert wurde und mit der Sanierung wieder ans Tageslicht gebracht wird.

„Nach der Änderung des Bebauungsplans von der ursprünglich festgeschriebenen Kombination von Universitäts-Wohnen und Kita zu Wohnen und Kita und dem Genehmigungsverfahren sind wir jetzt bei der Vergabe der Bauleistungen“, berichtet Martin Adamscheck. Baubeginn soll im Frühjahr sein. Die geplante Bauzeit beträgt  18 Monate.  

„Die schwierigste Zeit liegt hinter uns“, stellt der Bauingenieur erleichtert fest. „Jetzt folgt die Umsetzung der Bauaufgabe. Für die Cottbuser werden die Veränderungen damit bald sichtbar.“ In den vor rund 80 Jahren errichteten  Mauerwerksbau soll noch im Jahr 2019 modernes Leben Einzug halten. Geplant sind überwiegend  Zwei- und Dreiraumwohnungen. „Ein stimmiges Objekt“, so Martin Adamscheck, „das hochwertiges  Wohnen mit einer attraktiven Innenhofgestaltung und eigenen Parkplätzen im südlichen Bereich verbindet.“

Während die Kita im Ostflügel, dem der Hauptstraße  abgewandten Bereich, Platz findet, sind der Nord- und Westflügel, abgesehen vom nördlichen Kellergeschoss, ganz der Wohnbebauung vorbehalten. Im westlichen Gebäudeteil, ursprünglich als Bürobau errichtet, sind die Räume zu beiden Seiten eines Mittelgangs aufgereiht. „Diese Struktur soll größtenteils erhalten bleiben“, sagt Martin Adamscheck. Der Saal im Nordflügel und der angrenzende Flur werden entkernt. Auch hier entstehen Wohnungen.

Familien mit kleinen Kindern, die im früheren Lehrgebäude ein neues Zuhause finden, werden den Luxus kurzer Wege zur Kinderbetreuung sicher zu schätzen wissen. Zudem dürfte sich die stadtweit angespannte Situation in der Kinderbetreuung entspannen. Während der Ostflügel komplett, vom Keller- über das Erd- bis zum Dachgeschoss für die Bedürfnisse einer Kindertagesstätte hergerichtet wird, sollen Küche und Kinderrestaurant im Keller des Nordflügels untergebracht werden.  Die Außenanlagen der Kita erhalten einen Schallschutz. Vorgesehen ist eine Bepflanzung.  

Auch die Wohnungen sollen Schallschutzfenster erhalten. Im Innenhof sind Terrassen und Zugänge zum Park sowie eine großzügige Dachterrasse vorgesehen. Mit dem Projekt erhalte nicht nur ein Cottbuser Baudenkmal eine Zukunft, betont Martin Adamscheck, auch die Wohnbebauung im gesamten Umfeld werde aufgewertet.