ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:33 Uhr

Im Ehrenamt für eine attraktive Innenstadt

Kümmern sich um die Altstadt: Carsten Hajek, Vorsitzender des Altstadtvereins, Postkutscher Kai-Uwe Geske und Altstadtmanager Gottfried Lindner (v.l.).
Kümmern sich um die Altstadt: Carsten Hajek, Vorsitzender des Altstadtvereins, Postkutscher Kai-Uwe Geske und Altstadtmanager Gottfried Lindner (v.l.). FOTO: Sven Hering
Cottbus. Die fehlende Bereitschaft des Altstadtvereins zur Zusammenarbeit hatte Blechen Carré-Centermanagerin Simone Herrmann vor wenige Tagen im RUNDSCHAU-Gespräch bemängelt. "Wir haben ganz andere Aufgaben", sagt Vereinschef Carsten Hajek und weist die Vorwürfe zurück. Sven Hering

Simone Herrmann, Centermanagerin im Cottbuser Blechen Carré, wurde im RUNDSCHAU-Interview deutlich. Auf die Frage nach dem Verhältnis zum Altstadtmanagement sagte sie: "Unsere Tür stand offen. Die Angebote wurden aber nicht angenommen. Ich weiß nicht, liegt dort ein Konzept vor? Gibt es einheitliche Öffnungszeiten? Macht man gemeinsame Werbung? Nur der Fingerzeig auf andere reicht gewöhnlich nicht aus, um etwas zu bewegen."

Das wiederum ruft nun den Cottbuser Altstadtverein auf den Plan. Carsten Hajek, Chef des Vereins, erklärt: "Wir sind ein gemeinnütziger Verein, unsere Aufgaben sind klar in unserer Satzung beschrieben." Dazu gehöre die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke. Außerdem würden Kunst, Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege unterstützt. "Hier haben wir in der Vergangenheit sichtbare und erlebbare Akzente gesetzt und werden dies weiterhin tun", so Hajek. Die Satzung sei für jedermann im Internet unter www.altstadtverein-cottbus.de einsehbar.

"Die durch unsere Mitglieder und den Vorstand geleistete Arbeit erfolgt ehrenamtlich und wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsorleistungen finanziert", ergänzt Hajek. Mitglieder des Vereins seien Gastronomen, Veranstaltungsagenturen, Grundstückseigentümer, Handwerker, Dienstleister, Einwohner und auch Einzelhändler.

"Unser Verein ist kein Marketinginstrument für den Einzelhandel der Innenstadt, wir sind auch kein Altstadtmanagement", betont Hajek. "Ein solches sollte, wenn möglich, nur im Bereich der Stadtverwaltung angesiedelt sein."

Der Altstadtverein sei aber auch keine Werbegemeinschaft. Hajek: "Wir sind deshalb nicht zuständig für Einzelhandelskonzepte und die Vereinheitlichung von Ladenöffnungszeiten selbstständiger und in den unterschiedlichsten Mietverhältnissen arbeitenden Einzelhändler." Simone Herrmann hatte im RUNDSCHAU-Gespräch auf ein Gutachten zur Innenstadtentwicklung verwiesen, das das Center in Auftrag gegeben hatte. Neben Stadtverwaltungsmitarbeitern sei auch der Altstadtmanager eingeladen worden, um darüber zu reden. Doch dieser habe das Angebot nicht wahrgenommen.

Der Altstadtverein sei langjähriges Mitglied im Stadtmarketing- und Tourismusverband Cottbus und arbeite dort aktiv in der Arbeitsgruppe Innenstadt mit, so Carsten Hajek. Altstadtmanager Gottfried Lindner ist Mitglied des Vorstandes. "Wenn die Geschäftsführerin des Blechen Carré auf den Marketingverein Frankfurt (Oder) und die dort sehr gute Zusammenarbeit mit den dortigen Centern verweist, stellt sich die Frage, warum die geschäftsführende Gesellschaft des Blechen Carré aus dem Cottbuser Marketingverband ausgetreten ist", führt Hajek weiter aus. "Hier gibt es die unmittelbare Möglichkeit, sich mit unserer Arbeit konstruktiv und zu jeder Zeit auseinanderzusetzen."

Um seinem satzungsgemäßen Auftrag gerecht zu werden, leiste sich der Verein einen ehrenamtlichen Altstadtmanager in Form eines Vorruheständlers mit einer monatlichen Aufwandsentschädigung im unteren dreistelligen Bereich. "Weder an diesen, noch an den Altstadtverein sind durch das professionelle Centermanagement des Blechen Carré in der Vergangenheit wirklich tragfähige Angebote zur Zusammenarbeit unterbreitet worden", erklärt Carsten Hajek.

Gottfried Lindner ergänzt: "Viele Leute glauben, ich sei bei der Stadt angestellt." Er kümmere sich vor allem darum, die Stadt attraktiver zu machen. Im Auftrag des Vereins, nicht der Stadt. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung bezeichnet Lindner als sehr gut. So ließen sich viele Probleme unkompliziert lösen.

Für die konzeptionelle Arbeit, große Marketingaktivitäten, die Zusammenarbeit mit den Centern sei der Altstadtverein nicht der richtige Ansprechpartner, sagt Carsten Hajek. "Das kann kein Stadtmarketingverband leisten, dafür bräuchte man einen hauptamtlichen Citymanager", so Hajek. Der Altstadtverein kümmere sich vor allem um die vielen kleinen Probleme, die den Alltag in der Innenstadt bestimmen. Gottfried Lindner nennt ein Beispiel: "Wir freuen uns, wenn wir zusätzliche Papierkörbe oder eine neue Bank für die Sprem organisieren können."