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Im "Dicken" zeigen sich Cottbus' schönste Seiten

Marlon Renz vor seinem Bild von der ehemaligen Lungenklinik in Kolkwitz.
Marlon Renz vor seinem Bild von der ehemaligen Lungenklinik in Kolkwitz. FOTO: Elsner
Cottbus. Von der Aussichtsplattform des Spremberger Turms aus bietet sich bekanntlich der schönste Blick auf das wichtigste Zentrum Südbrandenburgs. Doch Cottbuser Stadtlandschaften und Ansichten markanter Orte im Umland können jetzt schon während des Aufstiegs betrachtet werden. Der junge Cottbuser Hobbyfotograf Marlon Renz zeigt in der Turmgalerie "Bilder aus Cottbus und Umgebung". Ulrike Elsner

Viele von Marlon Renz' Freunden sind aus Cottbus weggezogen. Für den Kaufmann im Baustoffhandel hat das nie zur Debatte gestanden. Vielmehr setzt der 28-Jährige alles daran, zu zeigen, wie schön Cottbus ist. Das gilt umso mehr, seit Töchterchen Greta auf der Welt ist.

Seit anderthalb Jahren postet der junge Vater deshalb täglich eine Stadtansicht oder ein Bild der Cottbuser Umgebung auf Facebook und Instagram. Mit großer Resonanz. "Ich habe bereits 1100 Follower. Das motiviert natürlich", gibt der Cottbuser zu.

Dabei geht es ihm stets darum, neue ungewohnte Perspektiven zu entdecken. Da rauscht ein Exemplar des Designklassikers Wartburg 311 am Großen Haus des Staatstheaters vorbei. Da fügt sich die Fassade des früheren Klinikums Kolkwitz in die umliegende Parklandschaft. Und der Forster Wasserturm offenbart seinen Reiz als vielleicht schönstes Bauwerk der Neißestadt.

Marlon Renz hat den Herbst rund ums Branitzer Schloss eingefangen und sich auch an einem der selten gewordenen schneereichen Wintertage in Pücklers Parklandschaft umgetan.

Sogar der oft verpönten "Platte" kann dieser Fotograf eine schöne Seite abgewinnen. Unter seinem Blick fügen sich sanierte Würfelhäuser mit bunten Fassaden an der Saarbrücker Straße in grüner Umgebung zu einem wohlkomponierten Bild.

Marlon Renz hat es nicht eilig, den Auslöser zu drücken. Bei seiner Ansicht der Lutherkirche hat er genau den Moment abgepasst, in dem eine Straßenbahn vorüberfährt. Kein Zufall, sondern Ergebnis einer kleinen Geduldsprobe.

Überhaupt kommt es beim Fotografieren auf den richtigen Moment an. Im frühen Morgenlicht verleiht der Nebel dem Blick auf Stellwerk B 23 und das dichte Gewirr von Schienen und Oberleitungen am Cottbuser Bahnhof eine beinahe märchenhafte Ausstrahlung. Morgendunst ist auch das Geheimnis einer Ansicht der Bahnhofstraße, die es auf sagenhafte 16 000 Klicks gebracht hat. "Das sieht aus wie San Francisco", war ein immer wiederkehrender Kommentar.

Für Marlon Renz ist das Ansporn, mit seiner Canon-Spiegelreflexkamera immer neue schöne Seiten an Cottbus und der Region zu entdecken. Wenn er dabei am Wegesrand auf Details stößt, die eigentlich jeder Cottbuser erkennen müsste und das dann doch nicht kann, huscht ihm ein schelmisches Lächeln übers Gesicht. Der Eingang zum Südfriedhof ist ein Beispiel dafür.

Zum Thema:
Die Ausstellung läuft bis zum 8. November. Geöffnet hat der Spremberger Turm täglich von 10 bis 18 Uhr, von Donnerstag bis Samstag gelten längere Öffnungszeiten bis 20 Uhr. Eintritt: zwei Euro für Erwachsene, Kinder unter 14 Jahren in Begleitung Erwachsener zahlen keinen Eintritt.