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Im Apothekenmuseum am Altmarkt geht es zu wie im Krimi

Cottbus. Das Brandenburgische Apothekenmuseum Cottbus hat im vergangenen Jahr einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Darüber berichtet Museumsleiterin Annette Schiffner im RUNDSCHAU-Gespräch. Ulrike Elsner

In den Jahren zuvor habe die Höchstzahl der Gäste in dem 1989 als erstes Apothekenmuseum in der DDR eröffneten Haus bei 5500 gelegen. Im Jahr 2016 hingegen nutzten 7010 Besucher das Angebot, das hier vier festangestellte Mitarbeiter und drei Senioren bereithalten.

Dieses Ergebnis ist umso höher zu bewerten, als ein Museumsbesuch nur mit Führung möglich ist. Besonders groß sei das Interesse bei der "Nacht der kreativen Köpfe" gewesen, betont Annette Schiffner. An dieser populären Cottbuser Gemeinschaftsaktion hat sich das Museum im Jahr 2014 erstmals beteiligt.

Im vergangenen Jahr waren nach den Worten von Annette Schiffner an diesem Abend allein vier Themenführungen angeboten worden, in denen zum Beispiel gezeigt wurde, wie einst Pillen gedreht wurden oder Besucher ein Kräuterelixier verkosten durften.

Dass jeweils im Januar eine neue Sonderausstellung eröffnet wird, ist bereits Tradition. In diesem Jahr geht es in dem im Jahr 1573 von Dr. Petrus Cnemiander eröffneten Haus zu wie im Krimi. "Von Arsen bis Zyankali - Die Geschichten der Agatha Christie" heißt die neue Sonderausstellung, die die Besucher mit Leben und Werk der meistgelesenen Autorin der Welt und den Giften vertraut macht, denen ihre Romanhelden zum Opfer fallen.

Agatha Christie schrieb 66 Romane und 23 Bühnenstücke. Nach ihren literarischen Vorlagen entstanden 22 Kino- und 76 Fernsehfilme. Ihre Bücher sind nach der Bibel die meistverkauften der Welt. Und darin wird meist mit Gift gemordet.

Über Gifte und ihre Wirkung wusste die Grande Dame der Kriminalliteratur bestens Bescheid. "Im Ersten Weltkrieg arbeitete Agatha Christie im Hospital als Apothekenhelferin", sagt Annette Schiffner. Wenn sie sich in der Krankenhausapotheke langweilte, hat sie sich Geschichten ausgedacht und sich dabei von ihrer Umgebung inspirieren lassen.

Führungen gibt es dienstags bis freitags, jeweils um 11 und 14 Uhr, sowie samstags und sonntags um 14 und 15 Uhr oder nach telefonischer Anmeldung. Auch wer eine Kurzführung zu Agatha Christie ohne nähere Erläuterungen der Gifte bevorzugt, sollte sich anmelden.

Telefon: 0355 23997