| 02:53 Uhr

Ihre beiden Chöre würde sie gern mitnehmen

Kantorin Susanne Drogan wird nicht mehr oft an der Schlag-und-Söhne-Orgel in der deutschen Kirche spielen. Im Mai wechselt sie von Vetschau zur Klosterkirchengemeinde in Cottbus.
Kantorin Susanne Drogan wird nicht mehr oft an der Schlag-und-Söhne-Orgel in der deutschen Kirche spielen. Im Mai wechselt sie von Vetschau zur Klosterkirchengemeinde in Cottbus. FOTO: H. Kuschy
Vetschau/Cottbus. Zwei Gefühle beschleichen die Vetschauer Kantorin Susanne Drogan. Mit ihrem Wechsel ab Mai von Vetschau zur Cottbuser Klosterkirchengemeinde beginne sie einerseits etwas Neues. H. Kuschy

Andererseits verlasse sie Vetschaus Kirche, die vor 20 Jahren ihr erster Arbeitsplatz war. "Der Wunsch, mal etwas anderes zu machen, schwelt so etwa zwei Jahre in mir", sagt die 42-Jährige. Nun habe sich die Gelegenheit ergeben. Anfangs habe sie auch mit Luckau geliebäugelt. Dann sei es doch Cottbus geworden. Für die Kantorenstelle in der Klosterkirchengemeinde musste sie sich gegen mehrere Bewerber durchsetzen.

"Meinen Chor und den Kinderchor würde ich am liebsten mitnehmen", gesteht sie. Da werde es noch Tränen geben. Immerhin hat sie mit mehr als 40 Erwachsenen und knapp 30 Kindern musiziert und gesungen. Auch an der Kirche hänge sie. "Irgendwie ist sie ein bisschen meine Kirche", sagt sie und denkt daran, wie es noch vor 20 Jahren in der Kirche und der Stadt aussah. "Es hat sich doch viel in der Zeit getan. Und das Gute hier ist: Man kann alles zu Fuß erreichen", erzählt sie.

Bis Familie Drogan in Cottbus eine Wohnung oder ein Häuschen gefunden hat, bleibt sie in Vetschau wohnen. Für den Mann, der in Cottbus arbeitet, und die zwei Söhne, die das Steenbeckgymnasium besuchen und in der Musikschule lernen, bedeutet das vorerst weiter und für die Kantorin ab Mai, jeden Tag nach Cottbus zu fahren. Der mit neun Jahren Jüngste geht in Vetschau zur Schule und kann noch etwas länger bei seinen Freunden bleiben.

"Cottbus hatte über Jahre keinen Kantor", weiß Susanne Drogan. Für sie bedeute dies viel Aufbauarbeit. So wolle sie gleich in der Anfangszeit die drei evangelischen Kindergärten aufsuchen und dort mit den Kleinen singen, später sicher auch einen Chor aufbauen. Wie sich dieser Neubeginn doch mit ihrem Anfang vor 20 Jahren in Vetschau ähnelt.

Die Kantorenstelle für Vetschau, die dann eine gemeinsame mit Calau werden wird, ist deutschlandweit ausgeschrieben.

Susanne Drogan wird beim Gottesdienst am morgigen Sonntag um 10 Uhr in der deutschen Kirche verabschiedet. "Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf ihr segensreiches kirchenmusikalisches Schaffen in unserer Gemeinde und darüber hinaus und wünschen ihr Gottes Segen für ihren weitere Weg", sagt Pfarrer Roland Eiselt. Der ökumenische Chor werde letztmalig unter der Leitung von Susanne Drogan singen. Die Predigt werde Superintendet Thomas Köhler halten.

Susanne Drogan sieht in ihrem Abschied von Vetschau und dem Neuanfang "eine Chance für beide Seiten, sich weiterzuentwickeln".