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| 13:03 Uhr

Ausbildung
Auszubildende werbenfür ihren Beruf

Cottbus. Wie können Jugendliche für Ausbildungsberufe begeistert werden? Dieser Frage ist die Cottbuser Industrie- und Handelskammer (IHK) wieder einmal nachgegangen. Mit Ausbildungsbotschaftern will sie jetzt Berufsinformationen auf Augenhöhe anbieten. Von Stephan Meyer

Um junge Menschen für eine Ausbildung in Südbrandenburg zu begeistern, hat die IHK Cottbus im aktuellen Ausbildungsjahr einen Testlauf für ihre neue Initiative „Ausbildungsbotschafter“ gestartet. Vor acht Wochen wurden das Projekt aus der Taufe gehoben. Auszubildende gehen dabei in Schulklassen und berichten den Jugendlichen über ihren Beruf, die Ausbildung und Karrierechancen.

Die Idee zu dem Projekt stammt von einer IHK in Baden-Württemberg, die mit diesem Konzept bereits gute Erfahrungen gemacht hat. „Wenn ein Azubi einen Schüler über seine Lehre informiert, kommt das wesentlich authentischer herüber“, weiß auch Anke Schuldt, Geschäftsbereichsleiterin für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Cottbus. Bereits auf Ausbildungsmessen habe man das feststellen können. Sind Auszubildende an einem Messestand, würden die Jugendlichen eher das Gespräch mit ihnen, als mit einem Erwachsenen suchen. Die Kommunikation fände dann auf Augenhöhe statt.

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kammerbezirk der Cottbuser IHK hat im Vergleich zum vorherigen Ausbildungsjahr abgenommen. Laut Schuldt sei unter anderem ein Imageverlust des beruflichen Ausbildungssystems für den Rückgang verantwortlich. Viele Jugendliche würden ein Studium vorziehen. Mit den Ausbildungsbotschaftern könne die IHK den Jugendlichen zeigen, dass eine Ausbildung einen ebenbürdigen Karriereweg ermöglichen kann.

Für die Testphase des Cottbuser Projekts haben sich 29 Lehrlinge aus 17 Betrieben bereiterklärt, Ausbildungsbotschafter zu werden. Insgesamt sind 18 Berufe vertreten. Botschafter kann nur werden, wer bereits praktische Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb gesammelt hat und im zweiten oder dritten Lehrjahr ist. Die Azubis werden im Vorfeld des Besuche geschult und bei ihren Einsätzen begleitet. Inhalte der Schulungen sind unter anderem Präsentations- und Moderationstechniken.

Vorerst werden nur Schulen in Cottbus und in den Landkreisen Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz berücksichtigt. „Bisher konnten wir die neue Initiative an drei Schulen testen“, sagt Anke Schuldt. Die Darbietungen der Azubis seien bis jetzt immer gut bei den Schülern angekommen, so die Einschätzung der IHK-Mitarbeiterin. Die Botschafter treten immer zu zweit auf und kommen aus möglichst unterschiedlichen Berufsgruppen. Der nächste Termin findet am 13. November in der Oberschule Peitzer Land statt.

Im kommenden Jahr soll das Projekt voraussichtlich auch in den Landkreisen Elbe-Elster und Dahme-Spreewald durchgeführt werden.