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| 02:33 Uhr

"Ich komme sonst an solche Modelle nicht ran"

Am Wochenende gab es in Ruben ein Malerplenair mit dem Gubener Künstler Klaus Bramburger.
Am Wochenende gab es in Ruben ein Malerplenair mit dem Gubener Künstler Klaus Bramburger. FOTO: Marion Hirche/jul1
Ruben. Die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur hat am Sonnabend ein Malerplenair in Ruben organisiert. Es ist einer der wenigen Workshops, die für Hobbymaler noch angeboten werden. jul1

Der Gubener Maler Klaus Bramburger leitete die Werkstatt und gab wertvolle Tipps an die 13 Teilnehmer weiter.

Ganz unterschiedliche Motive standen zum Malen zur Verfügung. Im Mittelpunkt waren da natürlich die Frauen und Männer in Trachten am Rubener Gemeindezentrum. Katrin Zubiks aus Kunersdorf kam in wendischer Festtagstracht. Anett Sischke präsentierte sich in Arbeits tracht und das Ehepaar Christoph aus Ruben hatte sich für den Stadtausflug schön gemacht, natürlich in wendischer Ausgehtracht. Sogar Details spielten da eine wichtige Rolle: Bei den Christophs waren es die besonderen, natürlich, historischen Taschen, die Kunersdorferin brachte einen leichten Sonnenschirm mit und zu der Rubenerin in der Arbeitstracht gehörte eine alte Gießkanne dazu.

Christine Michaelis aus Briesen war eine der Teilnehmerinnen: "Seit die Kinder aus dem Haus sind, male ich. Ich versuche, bei den Workshopveranstaltungen dabei zu sein, denn ich komme sonst an solche Modelle nicht ran." Die Briesenerin malte mit Kohle. Aus den Skizzen sollen dann zu Hause Aquarellbilder entstehen. Genau wie sie liebt auch Falk Jando aus Cottbus den Erfahrungsaustausch bei solchen Malerplenairs. Heike Koch aus Cottbus griff gleich zu Pinsel und Farbe, gestaltete die Festtagstrachtenträgerin in zarten Tönen, war mit ihrem Ergebnis aber nicht ganz zufrieden.

Hans Peter Müller aus Peitz brachte gleich eine ganze Ausrüstung zum Malen mit: Stuhl, Tisch mit Farbkasten, Sonnenschirm. Als erstes Motiv wählte er die Ausgehtrachtenträgerin. Mit dem Bleistift deutet er gekonnt die Falten in der Schürze an und wurde von Klaus Bramburger gut beraten: "Guck genau hin, wo man was zusammenziehen kann, so baut sich das dann besser auf." Der Experte aus Guben hatte sich für das Plenair Einiges vorgenommen: "Ich möchte, dass die Teilnehmer schnell zeichnen, sie sollen hell und dunkel zügig abbilden, es geht nicht um Ähnlichkeit, sondern um Proportionen, es muss zum Beispiel erkennbar sein, dass die Haube absolut dominant ist." Auch der Rubener Rolf Radochla war unter den Teilnehmern. Der Mann, der auch Bücher schreibt, verriet am Rande, dass einige der Bilder, die bei dem Plenair entstehen, beim Dorfjubiläum im Gemeindezentrum gezeigt werden sollen: "Wir feiern vom 18. bis 20. August 700 Jahre Ruben." Seine Ehefrau, Edeltraud Radochla, sorgte dafür, dass die Teilnehmer, die auch auf dem Friedhof in Ruben, an der Milchrampe und in der Dorfaue malten, bei der Tagesveranstaltung nicht hungern mussten. Beim Mittagessen präsentierte sie das "Lausitzer Nationalgericht" Pellkartoffeln, Leinöl und Quark.