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| 17:32 Uhr

Hobby
Hunderte Indianer besiedeln Zeltstadt in Steinitz

In der letzten Woche trafen sich in Steinitz rund 750 Hobbyindianer aus Deutschland und Europa. Zu ihrem Programm gehörte u.a. ein Wettbewerb um das schönste Handarbeitskunstwerk.
In der letzten Woche trafen sich in Steinitz rund 750 Hobbyindianer aus Deutschland und Europa. Zu ihrem Programm gehörte u.a. ein Wettbewerb um das schönste Handarbeitskunstwerk. FOTO: Marion Hirche
Steinitz. Hobby-Rothäute aus halb Europa halten bei Drebkau ihr traditionelles Sommerlager ab. Von Marion Hirche

Über 750 Hobbyindianer aus Deutschland, Polen, Frankreich, Belgien, Holland, Finnland, Ungarn, und Tschechien haben sich in der vergangenen Woche in Steinitz zur traditionellen „Week“ (Woche) getroffen. Hier auf dieser Fläche haben sie zum wiederholten Mal ihre Tippis aufgeschlagen und sich wieder wohl gefühlt. „Hier haben wir gute Bedingungen, der Görigker See in der Nachbarschaft, das war natürlich bei diesen Temperaturen optimal. Auch die Versorgung lief optimal“, betonte Susan aus Belgien.

Zu den Aktionen, die in der Woche auf dem Programm standen, gehörte eine Ausstellung von selbst gefertigten indianischen Utensilien: Taschen, Gürtel, Tippischmuck, Kleider, sogar eine Puppentragetasche war dabei. Organisiert wurde diese Schau von dem „Lakota“-Verein aus Bautzen. „Viele dieser Kunstwerke sind sonst nur in den Zelten und keiner sieht sie und deshalb haben wir heute diese Präsentation ins Leben gerufen. Jeder soll sehen, was für tolle Dinge hier hauptsächlich in den Wintermonaten entstehen und dann auch hier bei der Week in Gebrauch sind“, erklärte Margit Ibisch aus Bautzen. Die Betrachter konnten mit einem kleinen roten Holzstäbchen ihr Lieblingsstück kennzeichnen. So wurde dann auch das Siegermodell herausgefunden. Ein Festkleid aus Wildleder mit gestreiften Stachelschweinborstenstreifen lag eindeutig vorn, ein Werk, was 20 Jahre lang angefertigt wurde. „Die Borsten sind schwer verwendbar, die müssen erst bearbeitet werden, sind sehr widerspenstig. Auch gefärbt werden sie und erst dann werden sie wie Miniperlen aufgenäht“, machte Chris Ruhbach von der Lausitzer Gruppe „Pedro Bissonette“ deutlich.

Höhepunkt des Lagers mit zirka 320 Tippis war der „Hot Dance“ (Heißer Tanz). Dafür schließen die Männer aus den einzelnen Gruppen, die am besten tanzen können, zu Gesellschaften zusammen und haben dann hier ihre Tänze vorgeführt. Dazu wurden die reich geschmückten, unter anderem mit Federn, getragen. Ein Wettbewerb im Bogenschießen, ein Kinderfest, der tägliche Sandmännchengruß mit Indianergeschichten gehörten zum Week-Programm. Die Waldindianer luden zum Waldlauf ein. Stockball wurde gespielt.

Um das Wohlergehen kümmerten sich einheimische Händler, der Bäcker aus Kahren, der Fleischer aus Proschim und vor allen das Getränketaxi. Letzteres kam sogar zweimal am Tag und brachte am Abend auch die bestellte Ware aus Drogerie und Apotheke mit. „Wir sind diesen Partnern sehr dankbar. Zudem hatten wir wieder eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Spree-Neiße bezüglich der Genehmigungen und es gab Unterstützung von der Agrargenossenschaft Drebkau. Es hat alles gut geklappt“, sagte Mitorganisator Dirk Ruhbach am Sonntagabend. Die Gastgeber hatten zum Beispiel die 15 bis 17 Stangen, die pro Tippi benötigt werden, zur Verfügung gestellt und lagern diese rund 5000 Latten nun auch wieder ein. Während der Woche hatten die Ruhbachs und Co gute Unterstützung von der Männergesellschaft, die sich um Ordnung und Sicherheit gekümmert hat. So wurde sorgsam auf den sicheren Umgang mit Feuer geachtet. Der Platz am See und am schattigen Waldrand waren bei vielen die beliebtesten. Dort wurde gelesen, aber auch neue Handarbeitskunstwerke sind entstanden.