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| 14:26 Uhr

Spreewald
Wildschweinburger und Flaschen-Kunst

8. Lange Nacht der Kunst- und Handwerkshöfe in Burg FOTO:
Burg. Hunderte Besucher genießen lange Nacht in Burg. Von Marion Hirche

Die Lange Nacht der Kunst- und Handwerkerhöfe in Burg ist  eine feste Größe im Veranstaltungskalender des Kurortes geworden. Am Sonnabend gab es bereits die achte Auflage dieser  Schau für Neugierige und Genießer. Mit dem kleinen rot-grünen „Rumpelzug“ konnte die  Gäste zwischen 18 und 24 Uhr  auf Tour gehen und nach Herzenslust ein- und aussteigen. 14 Höfe, Einrichtungen und Unternehmen hatten sich extra für diesen Abend herausgeputzt. Geboten wurde viel Regionales: In der „Genießerwelt“ am Burger Festplatz schwitzte Ladenchef  Mark Fischer nicht nur gehörig, sondern er füllte auch unzählige Fläschchen mit Essig oder Öl ab.

Wer der Ringchaussee von hier aus folgte, auch mit Fahrrad und Auto waren viel Besucher unterwegs, gelangte  dann  zur nächsten Station: zur Burger Kolonieschänke. Die „Kolonisten“ hatten Premiere bei der Langen Nacht und legten sich mächtig ins Zeug:  Henrik Domain  sorgte dafür, dass der  Backofen angefeuert wurde. Hier bekamen die Leinsamenbrötchen ihre goldgelbe Farbe, in denen  Hofchef Jörg Thiele seine Wildschweinscheiben platzierte und so Spreewälder Burger produzierte, dazu Senf aus Burg und Sauerkraut. Der kleine Weinkeller war geöffnet und Martin Richter reichte an der Bar vor der Heu-Übernachtungsscheune  Bio-Eierlikör. „Der schmeckt lecker“, lobte Eva Schiemann. In der Mietscheune nebenan präsentierten  Ostereierkünstlerinnen aus Burg und Lübbenau verschiedene Techniken. Hier hatte  Petra Albert aus Cottbus viele Nachfragen, weil sie es selbst schon mal mit Wachs und Federkiel probiert hat. Zusammen mit Ehemann Thomas  drehten sie ihre Runde entlang der Lange Nacht-Strecke.

Natürlich waren sie auch in der benachbarten Spreewaldmosterei Jank. Auf dem Schauhandwerkshof wurden sie von den Straßenkünstlern Ronne Noack und Joana Tschirlich mit Gesang, Akkordeon und Trommel begrüßt. Was die  nächtlichen Erkunder hier  auf dem Hof erwartete, hätte allein für einen ganzen Abend gereicht:  Rainer Böhm und sein Lehrling Mathias Petzoldt  führten Intarsien- und Furnierarbeiten vor. Katharina Boose demonstrierte, wie man aus Filz  Bekleidung, Blüten und vieles mehr herstellen kann.  Beim Drechsler konnte man nicht nur Schalen und Kerzenständer, sondern auch Nussknacker kaufen. Ute Markula und Christina Köster stellten ihre Bilder, textile Kunstwerke, Keramiken vor. Unter Apfel- und Pflaumenbäumen konnte jeder innehalten, Schwein vom Spieß genießen und den Saxofonklängen von Frank Widzgowski lauschen. Hier machte auch Margitta Händler aus Burg Halt: „Ich stelle heute Abend meinen Freunden diese tolle Veranstaltung vor.“

 Auch  die nächsten Stationen boten Romantik, Information und Genuss:  An den Spreewald-Apartments im „Grünen Wald“ präsentierten sich die Cottbuser Künstlergruppe um Regine Handke, die Filzkünstlerschwestern Marina und Kristin Staritz aus Straupitz. „Ich habe die Abendrunde 2017 als Besucherin erlebt und war begeistert. Als ich dieses Jahr gefragt wurde, ob ich hier als Künstlerin mitmachen will, war das für mich wie ein Ritterschlag“, freute sich Malerin Petra Gwosch aus Lübben. Auf dem Töpfereihof Piezonka konnten alle selbst aktiv werden, so auch Morris Höhn. Der Junge formte eine Schale: „Die ist für meine Mama.“

In der Kräutermanufaktur auf dem Schlossberghof kosteten viele die berühmte  Unkrautbowle von Spreewaldkoch Peter Franke.  Neben seiner Kräuterausstellung waren die Ton-, Stein- und Glasarbeiten von Marita Kuschela und Bernd Voigt zu bewundern. Zerschlagene Flaschen als Gartenschmuck – eine tolle Idee: „Wir sind zum 7. Mal dabei und es ist wie immer schön“, lobten die Künstler.