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"Hunde-Köder sind Tierquälerei"

ARCHIV - Ein Hund läuft am 01.12.2014 in Tübingen (Baden-Württemberg) bei kalten Temperaturen über eine Wiese. Von der kurzbeinigen Promenadenmischung bis zum eleganten Windhund: Hunde sind so unterschiedlich wie die Menschen, bei denen sie leben. Zum Welthundetag am 10. Oktober einige Fakten zu unseren besten Freunden. Foto: Daniel Naupold/dpa (zu dpa "Wuff Wuff Hurra!" vom 04.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - Ein Hund läuft am 01.12.2014 in Tübingen (Baden-Württemberg) bei kalten Temperaturen über eine Wiese. Von der kurzbeinigen Promenadenmischung bis zum eleganten Windhund: Hunde sind so unterschiedlich wie die Menschen, bei denen sie leben. Zum Welthundetag am 10. Oktober einige Fakten zu unseren besten Freunden. Foto: Daniel Naupold/dpa (zu dpa "Wuff Wuff Hurra!" vom 04.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Daniel Naupold (dpa)
Cottbus. Der 10. Oktober ist der Welttag des Hundes. Doch ausgerechnet jetzt mehren sich in der Lausitz wieder Meldungen über gefährliche Köder, die Hunde-Hasser auslegen, um die Tiere zu verletzen. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an alle Hundehalter, vorsichtig zu sein und im Zweifel sofort einen Tierarzt aufzusuchen. Bodo Baumert

Ein mutmaßlicher Hunde-Hasser hat in Cottbus-Sachsendorf am Wochenende Leckerlis und Hackfleischbrocken gespickt mit Nägeln und Rasierklingen ausgelegt. In der Vorwoche warnte ein Hundebesitzer aus Cottbus vor ausgelegten Giftködern an der Spree. Im August waren Köder mit Nägeln aufgetaucht. Die RUNDSCHAU hat darüber mit Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes, gesprochen.

Frau Schmitz, heute ist Welttag des Hundes. Wozu dient der Tag?
Der Welthundetag wird zu Ehren des besten vierbeinigen Freundes des Menschen veranstaltet. Den Tag nutzen auch viele Vereine und Verbände um über Hunde, ihre Bedürfnisse oder Eigenheiten zu informieren, um über Tierschutzprobleme aufzuklären oder schlichtweg, um den Hund und die Freude des Halters an seinem Hund in den Fokus zu rücken. Der Deutsche Tierschutzbund hat beispielsweise seine Facebook -Fans dazu aufgerufen, die schönsten Fotos von ihren Hunden zu posten.

Ausgerechnet jetzt mehren sich in der Region wieder die Meldungen über Angriffe aus Hunde, in Form vergifteter oder mit Rasierklingen bestückter Köder. Täuscht der Eindruck oder nehmen solche Fälle zu?
Der Deutsche Tierschutzbund bekommt immer wieder Rückmeldung zu Fällen, in denen vermeintliche Tierquäler durch das Auslegen von Giftködern oder Ködern mit Rasierklingen versuchen, Hunde und ihre Halter zu schädigen. Aber auch Katzen kommen zu Schaden. Ob das Motiv hierfür der Hass auf Tiere ist oder andere Motive dahinterstecken, ist oft unklar. Oft werden zwischenmenschliche Konflikte,etwa zwischen Nachbarn, über das Haustier ausgetragen.

Was können Tierhalter tun?
In jedem Fall Anzeige erstatten. Der Deutsche Tierschutzbund versucht hier die Personen, die solche Straftaten zu Anzeige bringen wollen, nach seinen Möglichkeiten zu unterstützen. Leider scheitert die strafrechtliche Verfolgung solcher Taten oft daran, dass in der Mehrheit der Fälle die Täter unbekannt sind und es den Strafverfolgungsbehörden ohne nähere Anhaltspunkte nahezu unmöglich ist, den oder die Täter zu ermitteln. Häufig bestehen nur Vermutungen, die für eine Anklage jedoch nicht ausreichen.

Wie bewerten Sie als Tierschutzbund solche Fälle? Braucht es strengere Gesetze?
Das mutwillige Auslegen von Giftködern, mit dem einzigen Zweck, Hunde oder Katzen damit zu töten, erfüllt den Tatbestand der Tierquälerei und stellt unseres Erachtens einen eindeutigen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Zu berücksichtigen ist hier auch, dass durch solche Köder nicht nur Tiere qualvoll verenden, sondern auch Menschen erheblich gefährdet werden können, wie beispielsweise spielende Kinder. Problematisch ist weniger die Gesetzeslage, sondern vielmehr, dass der Täter in der Regel nur sehr schwer ermittelt werden kann und daher eine Verfolgung der Tat meist daran scheitert.

Wie lassen sich Hunde besser schützen?
Grundsätzlich kann man nur empfehlen, dass Hundehalter ihre Hunde beim Spaziergang nicht aus den Augen lassen sollen. Am besten ist es, wenn man seinen Hund beibringt, nichts zu fressen, was etwa im Gebüsch liegt. Sollten man etwas Verdächtiges auf dem Spazierweg finden, sollte man die Polizei von seinem Fund informieren. Falls der Verdacht besteht, dass der Hund einen Giftköder gefressen hat, sollte man sofort den Tierarzt aufsuchen und ebenfalls die Polizei informieren.

Mit Lea Schmitz sprach Bodo Baumert