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Schulhund am OSZ Cottbus
Kamy nimmt den Schulstress

Maikel, Marvin, Vincent und Tom mit Schulhund Kamy.
Maikel, Marvin, Vincent und Tom mit Schulhund Kamy. FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Schulhund ist am OSZ Cottbus zum Star geworden. Und er verbessert die Lernatmosphäre. Von Ulrike Elsner

Kamy ist der Star in den Berufsvorbereitungsklassen des Oberstufenzentrums Cottbus. Und nicht nur dort. Der Berner Sennenhund hat auch in den anderen Bereichen des OSZ viele Schülerherzen erobert.

Der einjährige Rüde hat bereits eine stattliche Größe. Aber ausgewachsen ist er noch nicht. Das wird erst im Sommer der Fall sein, sagt Hundehalterin Ilona Hassatzky-Ulbricht. Die Teamleiterin im Bereich Berufsvorbereitung hat sich mit dem Hund einen Kindheitstraum erfüllt. Als sie im vergangenen April den elf Wochen alten Welpen  zum ersten Mal für kurze Zeit mit in die Schule nahm, ahnte sie nichts von den Folgen. „Der Hund ist eingeschlagen wie eine Bombe“, erinnert sich die Lehrerin. Alle haben auf das Hundebaby Rücksicht genommen. Und als sich der letzte Jahrgang mit einer künstlerischen Wandgestaltung verabschiedete, war klar: Ein Porträt des Welpen durfte nicht fehlen.

Meist liegt Kamy auf seinem Stammplatz im Schulflur, oder er wandert von Platz zu Platz, zeigt den Schülern seine Sympathie und holt sich Streicheleinheiten. „Mit ihm ist der Unterricht einfach entspannter“, sagt Carsten (23).  „Man ist nicht so gestresst, kann Frust abbauen“, ergänzt Vincent (17). Und Tom stellt fest: „Der Hund macht einfach glücklich.“

Die jungen Männer der Berufsvorbereitung 4 durchlaufen ein Praxisjahr beim TÜV Rheinland. Ihr Ziel ist eine Ausbildung in technischen Berufen wie Kfz-Mechatroniker oder Metallbauer. Zuvor steht aber noch der Hauptschulabschluss an. „Die meisten werden das schaffen“, sagt Ilona Hassatzky-Ulbricht. Überhaupt sei dies ein guter Jahrgang, genauso wie der vorige. Ob das an Kamy liegt, lässt sich nicht klar beweisen. Es liegt aber nahe.

Kamy habe für Schüler und Lehrer Verbesserungen gebracht, schätzt Schulleiter Michael Seifert ein. Der Schulbetrieb laufe entspannter, der Hund wirke deeskalierend und sei „ein richtiger Gewinn“. Das hat auch Ilona Hassatzky-Ulbricht festgestellt. Selbst die Kommunikation zwischen den Abteilungen habe sich verbessert. Schüler, die eine duale Ausbildung absolvieren oder das Abitur anstreben,  schauen regelmäßig im Bereich Berufsvorbereitung vorbei.

Einer von ihnen ist Tom Kleemann aus dem beruflichen Gymnasium. Er hatte selbst einmal einen Hund und mag an Kamy vor allem, dass er „so ein offenes Tier“ ist und „den Stress aus dem Schulalltag nimmt“. Der 17-Jährige sieht es als Bereicherung an, dass die OSZ-Klassen durch den Schulhund viel näher zusammengerückt sind.

Weil  die Anwesenheit eines Schulhundes die Lernatmosphäre positiv beeinflussen kann, gibt es mittlerweile auch in Brandenburg bereits Hunde an Grundschulen. Aber in der  Berufsbildung betritt das OSZ Cottbus mit  Kamy Neuland. Es habe sich gezeigt, dass die Gegenwart des Hundes im Klassenzimmer das Lehrer-Schüler-Verhältnis positiv beeinflusst und dass lautes und aggressives Verhalten von Schülern gedämpft wird, stellt Abteilungsleiterin Antje Heymann-Schenke fest. Eine Studie besage, dass Schüler lieber zur Schule gehen, wenn ein  Schulhund in der Klasse ist.

Wer neben den Bildungsangeboten des OSZ Schulhund Kamy kennenlernen möchte, kann das am Tag der offenen Tür tun. Das OSZ lädt für den 16. Februar, 16 bis 19.30 Uhr, ein.