Die Sommerferien werden anders in diesem Jahr. Einfach gesagt: Es wird mehr Schule geben in den Ferien. Mehrere Bundesländer haben schon Pläne für Sommerkurse vorgelegt. Den Anfang machte Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) mit der Ankündigung, sie wolle den wegen der Corona-Pandemie verpassten Schulstoff in den Ferien nachholen lassen. Man wolle damit „die Lernlücken so klein wie möglich“ halten, sagte die Senatorin - schob dann aber sofort nach: Eine Kürzung der Sommerferien sei damit nicht gemeint.
Die Covid-19-Pandemie hat den Rhythmus von Schule und Ferien durcheinandergebracht. Da nun ein Großteil der Deutschen keinen großen Sommerurlaub machen wird, werden die Planungen für Sommerkurse konkreter.
Während Sachsen noch „mit den dafür notwendigen Partnern“ verhandelt, wie ein Sprecher mitteilt, hat Brandenburg schon konkrete Vorstellungen präsentiert. Der Sommerunterricht soll als „Ferienbetreuung in Verbindung mit Lernangeboten“ stattfinden. Die Betonung liebt dabei auf Angebot: Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will die Kurse als freiwillig verstanden wissen. Jugendliche ab sechs Jahren können daran teilnehmen - müssen aber nicht. Ernst sieht das Angebot auch als eine Geste gegenüber den Eltern, die im Sommer „einen erhöhten Betreuungsbedarf“ hätten.

Freiwillige Sommerkurse: Sechs Stunden Minimum

Der Sommerunterricht kann wahlweise als Ferienfahrt mit Übernachtung stattfinden - oder als reines Tagesprogramm nach dem Prinzip der Jugendarbeit. Sechs Stunden Unterricht pro Tag sollten es aber schon sein, erwartet das Bildungsministerium. Wie die im Einzelnen aussehen, entscheiden die Veranstalter und Kursleiter. Ministerielle Lehrpläne herrschen in den Ferien nicht.
Auch für Lehrer laufen die Kurse nach dem Grundsatz der Freiwilligkeit. Sie würde sich jedenfalls freuen, „wenn sich viele Lehrerinnen und Lehrer daran beteiligen und viele Kinder die Angebote nutzen“, appelliert die Ministerin.
Denn das ist der Knackpunkt: Die Lehrer, von denen viele aufwendige Wochen des Corona-bedingten Fernunterrichts hinter sich haben, sind nur bedingt bereit, Sommerdienst im Feriencamp zu schieben. Das zeigt wieder das Beispiel Berlin, wo nach der Ansage der Senatorin noch keine konkreten Pläne für die Sommerschule vorliegen. Man streitet noch mit Schulträgern, Lehrkräften und externen Anbietern um Zuständigkeiten.
Brandenburg will für den Sommer Lehramtsstudenten und Pensionäre einspannen. Lehrkräfte, die mitmachen, sollen das als Nebentätigkeit und mit Honorarverträgen tun.
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