In Hoyerswerda ist die digitale Revolution schon lange passiert. „Wir haben in den 90ern mit der Arbeit mit Computern angefangen“, sagt Uwe Blazejczyk. Damals war er schon Schulleiter und es gab diese Geografielehrerin. Die ließ die 8. Klassen E-Mails schreiben an Schüler in den USA. Mails waren damals noch eine Art Weltraumding - neu und von ganz weit her. Heute sind sie die gängigste Form des schriftlichen Austauschs. Und in der aktuellen Coronakrise ist die Mail längst ein alter Hut. Online-Lernen kann viel mehr als das.

Das Léon-Foucault-Gymnasium in Hoyerswerda ist, was Technik betrifft, gesegnet. „Wir sind als Schule Anfang der 2000er vernetzt worden und haben dann sukzessive an der Computerausstattung gearbeitet“, sagt Schulleiter Blazejczyk. Früh schon richtete das Gymnasium Multimediaräume ein. Dort sitzen die Schüler in Gruppen, immer zwei arbeiten als Team an einem PC. Es ging um das Erlernen von Fertigkeiten, die dann durch alle Fächer hindurch geübt werden. „Ziel war von Anfang an, informatorische Bildung in den Unterricht hineinzunehmen“, sagt Blazejczyk. Dazu gehörte auch ein Schulversuch, wo die Schüler den Umgang mit Powerpoint lernten. Das wurde dann im Regelunterricht angewendet.

Schule digital: Laptopwagen und Tabletkoffer

Die erste Generation von Computern wurde bald abgelöst. Vor zehn Jahren zogen Laptops ins Gymnasium ein. Um die teuren neuen Geräte allen Schülern zugänglich zu machen, baute der Schulleiter einen Kastenwagen, der von Raum zu Raum geschoben wurde. Ein legendäres Gerät - irgendwo soll es noch stehen. Darin waren die Laptops fest eingebaut. „Die Idee dabei war, der Computer kommt zum Kind“, sagt er. Aber auf Dauer war der Wagen nicht zielführend. Ein fest installierter Laptop widerspricht sich selbst.

Schließlich kamen die Tablets. Anlass war ein gemeinsames Projekt mit dem dem Zuse-Computer-Museum. Schüler sollten dort Räume gestalten und haben dafür das erste Mal mit Tablets gearbeitet. Ein paar Geräte hat die Schule gefördert bekommen. „Wir haben erstmal geschaut, was uns diese Geräte für Möglichkeiten geben“, sagt der Schulleiter, „und dann haben wir einen Koffer angeschafft.“ Anstelle des Wagens mit den Laptops kam der Lehrer nun mit dem Tabletkoffer. Eine neue digitale Ära.

Die Schule hat Tabletsätze für die 5. Klassen angeschafft. Diese Geräte können die Kinder auch zu Hause nutzen. Darauf sind die Schulbücher als Apps installiert. 50 000 Euro hat die Ausstattung für die komplette Klassenstufe gekostet, finanziert hat das eine Stiftung. Es habe sich gelohnt, sagt Blazejczyk: „Wir haben eine höher Motivation der Mädchen und Jungen beim Lernen.“

Alle weiteren Homeschooling-Blog-Beiträge lesen Sie hier.