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Holznägel und Lehmwände

Die Inhaber der Compact Dach GmbH bei ihren Arbeiten am historischen Dreiseitenhof in Kolkwitz.
Die Inhaber der Compact Dach GmbH bei ihren Arbeiten am historischen Dreiseitenhof in Kolkwitz. FOTO: Hirche/jul1
Kolkwitz. Die Kolkwitzer Schulstraße war stets eine belebte Strecke. Von den Dreiseitenhöfen, die heute auf Grund ihres Alters und ihrer Bauweise architektonische Raritäten wären, ist allerdings in ursprünglicher Form nur einer geblieben. Marion Hirche / jul1

Heute ist es eines der ältesten Gebäude der Großgemeinde Kolkwitz. Schon zahlreiche Denkmalsschützer und Wissenschaftler waren hier, um die Bauweise der drei alten Gebäude zu studieren, die zwar am Dachgiebel wie im Spreewald die Schlangenköpfe tragen, aber mit dem Lehmbau eher zur Bauweise in die Oberlausitz passen. Nach einem Großbrand im Jahr 1846 waren die meisten Häuser in der Straße nicht mehr aus Holz, sondern mit Steinen wieder aufgebaut worden. Das noch vorhandene Haus wurde vor den Flammen verschont und ist deshalb noch im Originalzustand aus dem 18. Jahrhundert.

Auf den ersten Blick sehen die Gebäude von der Straße zwar alt, aber intakt aus. Aber der Zahn der Zeit hat an ihnen genagt, Holzbalken sind morsch geworden, der Lehm weist Risse auf, Stroh und Schilf sind verwittert, das Welldach hat einen "Pelz" bekommen. Der Inhaber hat sich vorgenommen, je nach seinen Möglichkeiten den historischen Dreiseitenhof wieder auf Vordermann zu bringen. Im vergangenen Jahr begannen die Sanierungsarbeiten. Mit dem Unternehmen Compact Dach GmbH wurde ein Partner gefunden, deren Inhaber sich auf alte Gebäude verstehen, die auch das Engagement für die komplizierten Arbeiten mitbringen. Bereits im Herbst Jahres haben sie eines der Stallgebäude gesichert. Vor wenigen Tagen ist es nun mit der schwierigen Mission weitergegangen. Das Gebäude, wo früher die Besitzer wohnten mit dem angrenzenden Raum für das Vieh, hat ein neues Dach erhalten. Natürlich wurde der Dachstuhl vorher repariert. "Wir haben neue Balken eingezogen, die alten noch guten sind natürlich geblieben. Außerdem wurde das Dach nach Bedarf mit neuen Wellbitumenplatten ergänzt, so dass das Aussehen des Gebäudes erhalten geblieben ist. Entsprechend dem Denkmalschutz wurden von uns selbst angefertigte Holznägel verwendet", erläutert Robert Deckert von dem Kolkwitzer Unternehmen. Außerdem hat der Stallteil der alten Behausung eine neue Bodenplatte bekommen. "Wir mussten alles anheben, denn früher hat man immer im Wasser gestanden", ist von Handwerker Silvio Schütze zu erfahren. Gleichzeitig sind auch schadhafte Lehmstellen in der Mauer ausgebessert worden. "Das Spannende für uns an dieses Objekt ist die Komplexität der Aufgabe. Genau das ist es, was wir uns auf die Fahnen geschrieben haben, bei uns bekommt man alles aus einer Hand", erklärt Ramon Salan.

Natürlich müssen die Räume im Wohnteil auch noch saniert werden, schon allein der Balken an der Eingangstür ist durch die Jahrhunderte lange Nutzung ausgetreten.