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Holzkonstruktion ist wieder intakt

Beim Tag des offenen Denkmals kamen auch zahlreiche Besucher in das Alte Pfarrhaus nach Groß Döbbern und erfuhren bei Rundgängen von den Fortschritten bei der Sanierung und Erhaltung des Gebäudes.
Beim Tag des offenen Denkmals kamen auch zahlreiche Besucher in das Alte Pfarrhaus nach Groß Döbbern und erfuhren bei Rundgängen von den Fortschritten bei der Sanierung und Erhaltung des Gebäudes. FOTO: Hirche/jul1
Groß Döbbern. Das Alte Pfarrhaus in Groß Döbbern gehörte gestern zu dem empfangsbereiten offenen Denkmalen. Diese Veranstaltung hat für den Förderverein des alten Hauses schon Tradition. Marion Hirche / jul1

"Es ist wichtig, der Öffentlichkeit unsere Aktivitäten vorzustellen. Das ist eine Chance, etwas für unsere Vereinskasse zu tun, denn Geld wird immer gebraucht, um unser Altes Pfarrhaus Schritt für Schritt wieder kompletter zu machen", sagte Vereinsvorsitzender Wolfram Betker am Sonntag am Rand einer Führung durch das Gebäude.

Seit elf Jahren ist der Verein an diesem Gebäude tätig. Da, wo damals Ziegel auf dem Dach fehlten, Giebelwände durchlöchert, Holzbalken von Würmern zerfressen waren, wo Bäume durch das Mauerwerk wuchsen und das Gebäude hinter Gestrüpp verborgen war, gibt es nach mehr als einen Jahrzehnt ein gesichertes Gebäude. Das Dach ist gedeckt, die Giebelwände und alle Holzbalken sind erneuert. Das Hausumfeld ist ein Veranstaltungsareal mit schmuckem Rasen geworden.

Beim Tag des offenen Denkmals konnten sich die zahlreichen Besucher von der rasanten Entwicklung bei der Sanierung des Pfarrhauses überzeugen. Zu den Interessierten zählte auch die Familie Berger aus Cottbus. Beim Anschauen der "Schwarzen Küche" erfuhren die vier, dass hier perspektivisch auch mal wieder Suppe gekocht werden soll "Der Schornsteinfeger hat alles begutachtet und hat alle unsere Essen zugelassen", erfahren sie vom Fördervereinsvorsitzenden Wolfram Betker.

Johannes Schmidt vom Zimmereibetrieb Oehnaland, der dieses Projekt von Anfang an intensiv unterstützt und gefördert hat, erklärt, dass man hier Gewölbedecken hat: "Das sind Decken, die gegen Feuer sichern., hier wurde ja immerhin mit offenem Feuer gearbeitet."

Harald Berger stellte fest, dass die Menschen kleiner gewesen sein müssen, denn wer nicht aufpasst, der läuft gegen die Balken über der früheren Feuerstelle.

Bergers erfahren noch, dass Pücklers Großvater dieses Gebäude ausgangs des 18. Jahrhunderts erbauen ließ, dass es aber nie von einem Pfarrer bewohnt war. Bewohnt war es aber.

In der ersten Etage sehen die Besucher, wie mühevoll die gesamte Holzdecke ergänzt wurde. "Da ist mancher Balken mit dem Namen eines unserer Sponsoren versehen", erklärte Lutz Kurschies vom Förderverein. Er verrät auch, wie der Verein zu den 40 000 Euro für das neue Dach gekommen ist: "Wir haben den Brandenburgischen Denkmalpflegepreis 2010 bekommen, und damit hatten wir fast das nötige Eigenkapital zusammen, um die Fördermittel zu beantragen."

Jetzt sind alle Holzarbeiten abgeschlossen, davon überzeugten sich auch die Cottbuser Tischlereiinhaber Kerstin und Guntram Bialas zusammen mit Freunden: "Wir waren schon im Landgericht in Cottbus, dann auf dem Töpfermarkt, und jetzt wollten wir uns noch das Pfarrhaus anschauen".

Bei den Rundgängen erfuhren alle auch, dass zukünftig noch Arbeiten am Mauerwerk vorgesehen sind, so soll dieses Jahr noch der Sockel gesichert werden. Zukünftig soll das Haus als Dorfgemeinschaftshaus im Eigentum des Fördervereins genutzt werden.

Nach den Rundgängen erwartete die Gäste ein kleines Geschenkangebot. Zudem gab es reichlich Essen und Trinken: Bratwurst, Kuchen, Gemüsesuppe, Bowle, Kaffee, Bier - zubereitet und verkauft von Fördervereinsmitgliedern und Sympathisanten. "Meine Kinder machen hier auch im Verein mit, da interessiere ich mich doch dafür. Es ist toll, was so für Veranstaltungen organisiert werden und was aus dem Haus gemacht wird", meinte Inge Surschikow.