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Hoffnung in Spremberger Vorstadt

Anwohner, Bürgerverein und der Oberbürgermeister (2.v.l.) in der Spremberger Vorstadt.
Anwohner, Bürgerverein und der Oberbürgermeister (2.v.l.) in der Spremberger Vorstadt. FOTO: hil
Cottbus. Bei seinem ersten Stadtteilrundgang durch die Spremberger Vorstadt konnte Oberbürgermeister Holger Kelch den Anwohnern Hoffnung auf die Lösung vieler Probleme machen. Aber: Die versprochenen 50 neuen Parkplätze am Bahnhof wird es nicht geben. Andrea Hilscher

Theodor Güldenpfennig, Bürgervereinschef in der Spremberger Vorstadt, legte die Latte für Oberbürgermeister Kelch richtig hoch. Gleich zum Auftakt des ersten Stadtteilrundgangs mit Kelch betonte der Geschäftsmann: "Als wir den letzten Rundgang mit ihrem Vorgänger hatten, hat das wirklich etwas bewirkt." Kelch nahm es mit Humor und gab sich sichtlich Mühe, den Anwohnern der Spremberger Vorstadt ebenfalls ein paar positive Nachrichten mit ins Wochenende zu geben.

In einem Punkt aber musste er ihre Hoffnungen dämpfen: Der Parkplatz an der Westseite des Hauptbahnhofes wird nicht, wie zunächst angekündigt, von 286 auf 336 Stellplätze erweitert. Holger Kelch: "Das dafür vorgesehene Gelände ist kontaminiert, es würde zu viel Geld kosten, den Boden zu sanieren."

Seit der Sperrung des Bahnhofsvorplatzes und des Pendlerparkplatzes kommt es immer wieder zu Beschwerden von Bahnkunden, die keinen Parkplatz mehr finden. Steffen Heine vom Ordnungsamt: "Wir beobachten, dass viele Anwohner den West-Parkplatz nutzen und dann Stellflächen für Pendler fehlen." Er hätte gern gesehen, wenn alle Stellflächen am Bahnhof bewirtschaftet würden, der Bürgerverein aber fürchtet dann zugeparkte Anwohnerstraßen. Klaus-Peter Schupp, Vize-Chef des Vereins: "Wenn das Parken am Bahnhof Geld kostet, weichen alle Autofahrer in die Spremberger Vorstadt aus."

Auf Entlastung hoffen die Anwohner, wenn das Parkhaus am Carl-Thiem-Klinikum eröffnet wird. Steffen Heine: "Von den geplanten 240 Stellflächen sind dort bereits 90 vermietet." Und: Der OB will prüfen, ob nach der Eröffnung des Parkhauses in der Leipziger Straße Einschränkungen gelten sollen: "Anwohnerparken oder Ähnliches", schlägt er vor. Für Theodor Güldenpfennig eine gute Option. "Die Anwohner sind durch den Verkehr hier genug belastet. Besucher und Rettungsfahrzeuge quälen sich durch die enge Straße. Da ist es gut, wenn die Parkplatzfrage geregelt ist." Von Ideen des Vereins Pro Tram, durch die Leipziger Straße auch noch Straßenbahnen zu führen, hält er gar nichts.

Ein anderes Dauerthema in der Spremberger Vorstadt scheint sich ebenfalls zu entschärfen: Die völlig marode Ruine vom Café Süd scheint endlich einen Käufer gefunden zu haben. Holger Kelch: "Details können wir noch nicht verraten, aber es sieht so gut aus wie seit Jahren nicht."

Nicht ganz so optimistisch ist er, was die Lösung eines anderen Problems angeht: Das ehemalige Straßenbahnwartehäuschen an der Thiemstraße ist seit vielen Jahren ungenutzt und verkommt.

Wolfgang Bialas, CDU-Stadtverordneter und früherer Umweltdezernent: "Das Häuschen war schon zu meiner Amtszeit ein Problem." Privatleute hatten es gekauft, weil sie in dem offenen Bau eine Verkaufsstelle installieren wollten. Der Plan schlug fehl, sie kümmerten sich nicht mehr um das Haus. Jetzt will die Verwaltung baurechtliche Maßnahmen prüfen, um die Besitzer dazu zu bringen, sich um ihr Eigentum zu kümmern.

Kurzfristige Abhilfe erhoffen sich vor allem ältere Anwohner bei einem Problem, dass nach dem Umbau des Fußgängerbereiches Thiemstraße/Stadtring. Eine Rollstuhlrampe ist hier nach den Erfahrungen der Nutzer so steil angelegt, dass sie ohne Hilfe nicht zu bewältigen ist. Die Stadtverwaltung will jetzt gemeinsam mit dem Bauherren, der GWC, nach Lösungen suchen.

Wenn alles klappt, kann Theodor Güldenpfennig also auch diesen OB-Rundgang als Erfolg verbuchen.

Das 2000 Quadratmeter große Gelände des Café Süd soll endlich einen Käufer gefunden haben.
Das 2000 Quadratmeter große Gelände des Café Süd soll endlich einen Käufer gefunden haben. FOTO: sh