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| 02:34 Uhr

Hoffnung für Spreewaldtunnel-Ersatz

Die Bahn will den Bahnhofstunnel verlängern. Alle Bahnsteige sollen ab dem Jahr 2014 barrierefrei gemacht werden. Foto: Michael Helbig/mih1
Die Bahn will den Bahnhofstunnel verlängern. Alle Bahnsteige sollen ab dem Jahr 2014 barrierefrei gemacht werden. Foto: Michael Helbig/mih1 FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Die Tage des Spreewaldtunnels sind gezählt. Trotzdem gibt es Hoffnung für eine neue Verbindung in Richtung Norden. Die Stadt Cottbus und die Deutsche Bahn haben sich offenbar nach langwierigen Verhandlungen geeinigt. Doch für ein Okay muss sich zunächst das Stadtparlament revidieren. Peggy Kompalla

Für viele Cottbuser und Pendler kam die Nachricht vom Ende des Spreewaldtunnels einer Hiobsbotschaft gleich, zumal es für das alte Bauwerk keinen Ersatz geben sollte. Der Privatmann Joachim Schreck startete gar eine Unterschriftensammlung für den Erhalt des Tunnels. Innerhalb weniger Wochen sind seinen Angaben zufolge rund 2200 Unterschriften zusammengekommen. "Ich habe noch nicht einmal alle Listen zurückbekommen."

Doch nun hat Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) gute Nachrichten aus den Verhandlungen mit der Bahn mitgebracht. "Es gibt ein neues Gesamtkonzept für die Sanierung des Hauptbahnhofes", erklärt er. Demnach sollen alle Bahnsteige barrierefrei gebaut werden. Dafür wird der bisherige Tunnel bis zum Bahnsteig zehn verlängert - mit der Option für einen Durchstich gen Norden. Das wäre quasi der Ersatz für den Spreewaldtunnel. "Ich denke, dass wir das gemeinsam mit der Bahn und dem Land schaffen können", gibt sich der Oberbürgermeister optimistisch. Die Stadt müsste sich an den Kosten beteiligen. Doch entgegen früherer Verhandlungen scheint das Land Brandenburg nun Fördermittel für das Projekt in Aussicht zu stellen.

Doch für dieses Vorhaben muss noch eine Hürde genommen werden. Das Stadtparlament hatte erst im März das Ende des Spreewaldtunnels besiegelt, wollte sich wegen der klammen Stadtkasse nicht an weiteren Planungskosten beteiligen. "Diese Entscheidung kommt jetzt wieder auf den Tisch", sagt Szymanski. Und es muss offenbar schnell gehen. Denn schon für kommenden Mittwoch, 15. August, ist eine außerordentliche Stadtverordnetenversammlung einberufen worden. "Die Signale von den Fraktionschefs dazu sind sehr positiv", sagt Szymanski.

Nichtsdestotrotz wird der alte Spreewaldtunnel im Jahr 2014 geschlossen. Dann will die Bahn mit den Bauarbeiten auf dem Hauptbahnhof beginnen.

Joachim Schreck wird seine Unterschriftensammlung am Dienstag an den Oberbürgermeister übergeben. "Ich freue mich natürlich, dass es diese überraschende und schnelle Wende gibt", sagt er. Eine Grundskepsis scheint bei dem Cottbuser noch vorhanden. "Trotzdem muss man erst die Entscheidung vom Mittwoch abwarten."

Zum Thema:
Das Cottbuser Stadtparlament kommt Mittwoch, 15. August, um 18 Uhr im Stadthaus am Altmarkt zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Einziger Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil ist die Entscheidung zur Verlängerung des Personentunnels am Bahnhof.