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Verkehrspolitik
Hoffnung für neue Straßenbahnen in Cottbus

Der Umstieg am Gelsenkirchener Platz in Sachsendorf zwischen Straßenbahn und Bus soll verbessert werden. Im September will Cottbusverkehr das Provisorium verbessern.Gelbe Fahrbahnlinie und Asphaltrampe für die Haltestelle werden bald verschwinden. Im September sollen die Bus- und Bahn-Haltestellen am Sachsendorfer Zelt verbessert werden. Foto: Peggy Kompalla  Derzeit fährt die Cottbuser Straßenbahn in eine ungewisse Zukunft. Archivfoto: Kompalla
Der Umstieg am Gelsenkirchener Platz in Sachsendorf zwischen Straßenbahn und Bus soll verbessert werden. Im September will Cottbusverkehr das Provisorium verbessern.Gelbe Fahrbahnlinie und Asphaltrampe für die Haltestelle werden bald verschwinden. Im September sollen die Bus- und Bahn-Haltestellen am Sachsendorfer Zelt verbessert werden. Foto: Peggy Kompalla Derzeit fährt die Cottbuser Straßenbahn in eine ungewisse Zukunft. Archivfoto: Kompalla FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Das Land stellt mit der Novelle des Nahverkehrsgesetzes 48 Millionen Euro mehr zur Verfügung. Für den Cottbuser Verkehrschef ist das der richtige Weg, aber noch nicht das Ziel. Von Peggy Kompalla

Der Potsdamer Landtag hat am Mittwoch der Novelle des Nahverkehrsgesetzes zugestimmt. Damit stehen bis zum Jahr 2022 zusätzlich 48 Millionen Euro für Straßenbahnen, O-Busse und Barrierefreiheit zur Verfügung. Darüber informiert Kerstin Kircheis. Die Cottbuser Landtagsabgeordnete ist verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Sie erklärt: „Rechnerisch können dank der zusätzlichen Mittel bei einer Eigenbeteiligung der Verkehrsgesellschaften von 50 Prozent und Zuschüssen der Kommunen rund 30 neue Straßenbahnen angeschafft werden.“ Diese Rechnung gilt allerdings aufs ganze Land bezogen und hat ihre Tücken im Detail. Darauf weist  Cottbusverkehrschef Ralf Thalmann hin. Deshalb ist sein Fazit: „Das ist ein Anfang, aber wir sind noch lange nicht am Ziel.“ Der Geschäftsführer setzt dabei auf die Unterstützung der Stadt Cottbus.

Von den 48 Millionen Euro zusätzlich kommen laut Geschäftsführer nur rund sechs Millionen Euro für die Straßenbahnen in Cottbus an. „Wenn wir 25 Prozent der Investitionssumme selbst bereitstellen – was unsere Rücklagen zulassen – mit der Förderung und einer Beteiligung der Stadt könnten wir für Cottbus vier neue Straßenbahnen bestellen“, rechnet Thalmann vor. Angesichts des überalterten Fuhrparks, dessen 20 Bahnen es auf ein Durchschnittsalter von 31 Jahren bringen, wäre das „nicht der große Wurf“. Der Geschäftsführer stellt zur Verdeutlichung zwei Zahlen gegenüber um die 20 alten Bahnen zu ersetzen wären rund 45 Millionen Euro nötig. Dagegen nehmen sich die sechs Millionen Euro tatsächlich klein aus.

Nichtsdestotrotz werde sich Cottbusverkehr mit den Verkehrsbetrieben in Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) abstimmen. „Wir werden prüfen, ob eine gemeinsame Beschaffung möglich ist“, erklärt Ralf Thalmann. „Das würde bedeuten, dass wir uns auf ein Fahrzeug einigen. So etwas gab es in Deutschland noch nie.“ Ein gemeinsamer Fahrzeugtyp sei von Vorteil bei der Bestellung, aber auch bei der Instandhaltung. So gibt es bereits ein gemeinsames Lastenheft, in dem die technischen Anforderungen festgehalten sind. „Aber der Teufel steckt im Detail“, sagt der Cottbusverkehrschef. „Wir müssen sehen, ob wir uns auf ein Fahrzeug einigen können, das den Ansprüchen aller Städte gerecht wird.“ Das wäre natürlich nur ein Kompromiss.

Würde Cottbus allein vier Bahnen bestellen, kennt Thalmann schon die Antwort der Produktionsbetriebe. „Für so eine geringe Menge findet sich kein Hersteller.“ Hinzu komme ein weiterer Fakt: Bis zum Jahr 2022 müssen alle Straßenbahnen laut Gesetz barrierefrei sein. „Bei den Herstellern gehen schon die ersten Großbestellungen aus den alten Bundesländern ein. Sie ordern gleich 20, 30 Fahrzeuge“, berichtet Ralf Thalmann. Sprich die Auftragsbücher der Hersteller füllen sich zusehends.

Ralf Thalmann setzt deshalb neben der Kooperation mit den Verkehrsbetrieben in Frankfurt und Brandenburg auch seine Hoffnung auf die Unterstützung aus Cottbus. „Es wäre wünschenswert, wenn sich die Stadt an der Neubeschaffung so beteiligen könnte, dass wir zehn Fahrzeuge in einem Schwung bestellen könnten.“